Auf ein Wort – Alaaf

Auf ein Wort – Alaaf
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Alle Jahre wieder kommen in den Karnevalshochburgen dieses Landes die Jecken zusammen und frönen ausgelassen der fünften Jahreszeit. „Helau“ schallt es aus der Mainzer Altstadt, „Ahoi“ hört man auf dem Mannheimer Fasnachtsmarkt und glaubt man Wikipedia, so ruft es durch die Straßen von Westernhausen im Hohenlohekreis „Houlzschlaichel ferschi“. Wie auch immer… Da ein großer Teil unseres Weber Shandwick Teams aber im Herzen Kölns zuhause ist, fragen wir heute:

Was bedeutet eigentlich „Alaaf“?

Mein persönlicher Favorit während der Recherche war die Erklärung auf wissen.de, die vom Begriff all ab über alles zur Seite schließlich zu der sehr freien Übersetzung Platz da! Hier kommen die Jecken führt.

Ein bisschen tiefergehender beschäftigt sich planet wissen mit der Bedeutungsfindung. Auch hier stützt man sich auf all ab (Kölsch: all af), was hier aber in etwa mit über alles oder alles andere weg übersetzt wird. Kamelle werfend im Kölner Karneval gerufen kommt es demnach einem Köln über alles gleich.

Wer es allerdings ganz genau wissen möchte, dem sei ein Essay des Kölner Philologen und Sprachforschers Heribert Augustinus Hilgers empfohlen. Der datiert den Ausruf zurück in die Mitte des 16. Jahrhunderts. Neben der ganzen sprachlichen Herleitungsdetails kann man an dieser Stelle zusammenfassen: Schon damals war „Alaaf“ Ausdruck freudiger Geselligkeit und wurde beispielsweise auf einem Kölner Tonkrug gefunden. „Allaf fur einen goden druinck“ bedeutete hier etwa Für einen guten Trunk lasse ich alles stehen. Es scheint, der heute typische Karnevalsruf stand (schon) früher dem Alkohol recht nahe. Die Kombination „Kölle alaaf“ deutet Hilgers, ähnlich oben stehender Semantik, als Erst kommt Köln, dann eine ganze Weile nichts und dann der Rest. Oder so in der Art. Und ich kenne eine ganze Menge Menschen, die ihm dieser Tage jubelnd zustimmen werden.

Liebe Kölner Kollegen, in diesem Sinne: Wie do arbeits, esu möch ich minge Urlaub verlevve.