Wo ist das Klo? Und wo gibt’s das nächste Bier? Wonach Kund:innen in AR-Apps wirklich suchen

Wo ist das Klo? Und wo gibt’s das nächste Bier? Wonach Kund:innen in AR-Apps wirklich suchen

Neue Realitäten

Immer wieder begegnen einem die Begriffe XR, VR und AR. Aber was steckt hinter diesen kryptischen Bezeichnungen? Es handelt sich dabei um neue digitale Realitäten, die sich innerhalb unserer digitalisierten Gesellschaft etablieren. Der Oberbegriff XR steht für Extended Reality, also erweiterte Realität. Durch neue Hard- und Softwaretechnologien können wir uns damit in simulierten Welten bewegen. Je nachdem, welche Technologien die Nutzer:innen vorliegen haben, kann das Nutzungserlebnis so immersiv sein, dass sie mit mehreren Sinnen in die digitale Welt eintauchen.

Heute geht es um Augmented Reality (AR). AR kombiniert die virtuelle mit der realen Welt. Benötigt wird eine Hardware, mit der man die virtuellen Inhalte sehen kann, also eine AR-Brille oder Technik mit Kamera und Bildschirm, wie ein Smartphone. So betrachten und bewegen sich Nutzer:innen in ihrer realen Umgebung und bekommen die Informationen überlagert ausgespielt als Bilder, Texte, Audio oder 3D-Animationen. Mittlerweile gibt es einiges an Software wie AR-Apps, die es ermöglichen, AR im Alltag zu nutzen.

Diese Technologien sind spannend, da sie unserem natürlichen räumlichen Erlebnis nahekommen und die UX/ UI meist so designt werden, dass sie für Nutzer:innen intuitiv zugänglich sind. Sie werden oftmals im Gaming, aber auch in verschiedenen anderen Industrien, im Bauwesen, Militär, Gesundheitswesen und in der Forschung genutzt. Auch für die PR ist dies eine spannende Weiterentwicklung, die sich auf die zukünftigen Kommunikationsstrategien auswirkt.

 

Der Selbsttest – AR-App auf dem Festivalgelände

Wir bei Weber Shandwick haben im Juni 2022 für die Deutsche Telekom ein AR-Projekt umgesetzt. Ziel des Projektes war es, den Ausbau des 5G-Netzes in der Praxis zu präsentieren. Da AR-Apps von einem starken und beständigen Netz immens profitieren, haben wir die AR-App von Tagspace genutzt, um einen digitalen Wegweiser auf dem Telekom Mitarbeiterfestival zu erstellen.

Die Tagspace-App nutzt Smartphone-/Tablet-Kamera, gekoppelt mit dem Geo-Standort. Je nachdem, wo die Gäste die Kamera hinhalten, werden auf ihrem Bildschirm die vorprogrammierten Inhalte ausgespielt. Ziel dieser App ist, die Navigation, Informationsvermittlung und Unterhaltung in einem dreidimensionalen Raum zu teilen. In diesem Fall haben wir das Backend der Anwendung mit Tags bestückt, die den Ort beschrieben haben und was dort angeboten wurde, z. B. Meeting-Zelte, Getränkekarte, Sport-Angebot, Sanitätszelt etc.

Den 5G-Ausbau anhand der App zu testen, war ein erfolgreiches Add-on für das Festival. Für die Besucher:innen war es eine neue und unterhaltsame Art, das Festivalgelände zu navigieren und sich mit den 3D-Objekten fotografieren zu lassen. Besonderes Highlight war der animierte Tim Höttges, CEO der Deutschen Telekom. Für die Deutsche Telekom und uns war es spannend, die Auswertungen zu sehen. Auf dem beschaulichen Gelände haben über eintausend Personen die App im gleichen Zeitraum genutzt und sie ist flüssig durchgelaufen, dank 5G.

Interessant war, dass trotz neuer Technologie ein Großteil der App-Aktivitäten auf die Navigation des Geländes zurückzuführen waren, zum Beispiel die Lage der Getränkestände. Dadurch sehen wir, dass Festival-Besucher:innen sich analog und digital für die gleichen Sachen interessieren, nämlich ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Eine wichtige Erkenntnis, denn es zeigt, dass wir in unserer Arbeit immer nah an der Zielgruppe sein müssen, sodass ein Projekt erfolgreich abgeschlossen wird. Da wir diese Inhalte mit aufgenommen haben, haben die Gäste diese auch am häufigsten genutzt und damit wurde ihre App-Nutzung auch länger.

Client first, auch bei Innovationen

Technologien wie diese sind faszinierend und bieten viele neue Möglichkeiten innerhalb einer Kommunikationsstrategie. Sie sind ein weiteres Tool im Werkzeugkasten der PR-Beratung und Konzeption. Unsere Werkzeuge sollten auch nur dann genutzt werden, wenn sie in unserer Arbeit einen Mehrwert haben. Das Gleiche gilt auch für die digitalen Realitäten.

Dieses Projekt bestätigt einen der Grundsätze unserer Arbeit: Der Weg von PR-Berater:innen sollte nicht von der Technik zum Kunden ausgerichtet werden, sondern vom Kunden zur Technik. Am besten funktioniert dies, wenn wir uns weiterhin an den Bedürfnissen und Problemstellungen unserer Zielgruppen ausrichten.

 

 

Bilder-Credit: Photos by Deutsche Telekom AG/Norbert Ittermann