Creative Tech

Creative Tech

Warum erfolgreiche Marken in Zukunft auch Technologie- und Software-Unternehmen sein müssen

Es ist schon wieder drei Jahre her. Genauer war es am 14. Oktober 2012, dass der Österreicher Felix Baumgartner mit dem Fallschirm aus seiner Ballon-Kapsel in die Stratosphäre sprang. Spätestens danach war der Begriff Content Marketing in aller Munde und jedes Unternehmen wollte zum Publishing House werden. Red Bull Stratos war mit der „Mission to the edge of space“ höchst innovativ, denkt man schon allein an die technischen Voraussetzungen für den Fallschirmsprung an sich. 2015 müssen Marken bei weitem keine 25 Millionen Euro ausgeben (so hoch waren laut Red Bull die Kosten für das Projekt), um mit Hilfe des kreativen Einsatzes von Technik erfolgreich mit ihren Kunden zu interagieren.

Wir sind inzwischen auf Level 2 angekommen und ziehen die Fäden zwischen Daten, Kreativität und neuesten Technologien selbst zusammen. Denn wir leben im Zeitalter der „Disruption“: Die uns umgebende Technologie, die Art, wie wir Medien nutzen und konsumieren, verändert sich mit dramatischer Geschwindigkeit. Das zwingt uns Marken- und Kommunikationsverantwortliche nicht nur dazu, uns mit technischen Innovationen und digitalen Plattformen auseinanderzusetzen, ganz neue (und noch kreativere) Wege zu beschreiten sowie unsere Leidenschaft für Daten und Analysen zu entdecken. Diese Entwicklung stattet uns auch mit vorher nie dagewesenen Möglichkeiten aus, unsere Zielgruppen zu verstehen, zu erreichen und fortwährend unsere Marketingstrategie anzupassen. Die Zutaten für das Erfolgsrezept der Zukunft, das wir an dieser Stelle der Einfachheit halber „Creative Tech“ nennen wollen, sind:

Disruptive Technologien

Als disruptive Technologien bezeichnet man Innovationen, die bestehende Technologien, Produkte oder Dienstleistungen teilweise oder vollständig ersetzen und so aus dem Markt verdrängen. Das Konzept ist so umstritten wie beliebt. „Disruption“ ist mittlerweile ein Modewort der Digitalwirtschaft geworden. Die wichtigsten disruptiven Technologien für Marketers sind derzeit iBeacons, Wearables wie Smartwatches und Google Glasses, sowie Virtual Reality-Tools wie die Oculus Rift oder Google Cardboard.

Visuelle Inhalte

Auf dem diesjährigen Cannes Lions Festival waren sich sehr viele Experten einig: Nach Textnachrichten, gefolgt von Foto und dann Video wird der nächste Evolutionsschritt Virtual Reality (VR) und letztendlich künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence = AI) sein. Jedenfalls erlauben uns Technologien heute, jederzeit und überall durch kreative und stark bildgetriebene Stories mit Konsumenten in Verbindung zu treten. Man stelle sich nur vor, welche Geschichten sich mit dem „Narrative Clip“ erzählen lassen, einer Ansteckkamera, die alle 30 Sekunden ein Foto macht und deren Akku bis zu 30 Stunden hält.

Kontextualität

Gerade „Data“, ob „Big“ oder „Smart“, steht im Kern vieler herausragender Kommunikationskampagnen weltweit. Warum? Weil Daten uns tiefe Einblicke in unsere Zielgruppen ermöglichen und valide Aussagen über den Erfolg während und nach einer Kampagne machen können. Und dies jenseits von erzielten Reichweiten in klassischen Medien oder gar einem, auf langjähriger Berufserfahrung basierenden Bauchgefühl. Dabei kommt es darauf an, dass Marketing-Inhalte auch den Wünschen und der aktuellen Lebenssituation der angepeilten Konsumenten entsprechen. Der Content muss also zum Kontext passen. Daten können uns verraten, wann wir mit welchen Inhalten über welche Plattformen mit unseren Kunden interagieren sollten. Solche „kontextuellen Daten“ werden zukünftig noch mehr an Bedeutung gewinnen.

Creative Tech ist demnach keine „neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird“. Es ist ein Ansatz, der mit dem Fortschritt unserer technisierten Welt einhergeht. Eine Entwicklung, der auch das Cannes Lions Festival, sozusagen die oberste Weihestätte der Kreativität, unlängst mit den Lions Innovation Rechnung getragen hat. Um in diesem Spannungsfeld zwischen Innovationen, kreativen Inhalten und kontextuellen Daten erfolgreich sein zu können, werden sich Marken und Unternehmen auch ein wenig zu Technologie- und Software-Häusern wandeln müssen – eine Entwicklung, auf die wir uns alle bereits heute einstellen sollten.

Pempel_OlafBrauchen Sie dabei Unterstützung? Lassen Sie uns doch in einem unverbindlichen Gespräch gemeinsam überlegen, wie wir Ihrem Unternehmen für diesen Wandel den Weg bereiten.

Olaf Pempel | Head of Consumer Marketing
opempel@webershandwick.com

 

 

 

 

Bild via pexels.com under CC0 Licence