Gen Z feiert Natürlichkeit auf BeReal

Gen Z feiert Natürlichkeit auf BeReal

Die Ethik rund um die Bearbeitung von Bildern und die Nutzung von Filtern in den sozialen Medien steht schon länger in der Debatte. Manchmal führen Filter und Co. zu visueller Falschinformation – sie sind schlichtweg Fakes.

In Norwegen sind Influencer:innen und Werbetreibende inzwischen gesetzlich dazu verpflichtet, retuschierte und anderweitig manipulierte Bilder in bezahlten Anzeigen mit einem kreisrunden einheitlichen Hinweis zu versehen. Der Widerstand gegen solche Inhalte wird immer größer und ihre alarmierenden Auswirkungen haben eine Bewegung zugunsten ungezwungener, ungefilterter Inhalte geschaffen.

Sogenannte Internet-Detektive sind auf der Jagd nach der Wahrheit und arbeiten unermüdlich daran, anonyme Figuren zu entlarven. Kein Wunder, dass in diesem Zuge Plattformen entstehen, die Social-Media-Acts enthüllen und versuchen, wieder mehr Glaubwürdigkeit unter die Leute zu bringen. Hier kommt zum Beispiel BeReal ins Spiel.

BeReal wurde Ende 2019 in Frankreich gegründet und fordert die Nutzer auf, jeden Tag ein unbearbeitetes Foto zu einem scheinbar zufälligen Zeitpunkt zu machen. Nach Erhalt des Hinweises haben die Nutzer zwei Minuten Zeit, um ein Foto zu machen und zu posten, bevor es als zu spät markiert wird. Sobald sie ihr Foto geschossen haben, bekommen sie Zugriff auf die Bilder derer, denen sie folgen – allerdings nur so lange, bis sie am nächsten Tag wieder verschwinden. Keine Likes, keine Filter und (zumindest noch) keine In-App-Werbung.

 

BeReal – authentische, intime Vergänglichkeit

Klingt irgendwie vertraut, oder? Ja, es war alles schon mal da und erinnert an die guten alten Lieblings-Apps in ihrem goldenen Zeitalter – der Insta Feed gepaart mit der intimen Vergänglichkeit von Snapchat und der täglichen Routine von Twitter.
Die Einfachheit von BeReal und das nostalgische Element der Wiederbegegnung mit rudimentären App-Versionen, die wir alle kennen, hat vor allem Nutzer der Gen Z in ihren Bann gezogen. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer von BeReal ist seit Jahresbeginn um 315% gestiegen, aktuell zählt die App über 2,9 Millionen Nutzer – Tendenz steigend.

Ähnlich wie bei TikTok überlegen nun auch Unternehmen, wie sie die App für sich nutzen können. Einige Unternehmen experimentieren bereits und folgen damit dem Trend, sich von Influencer-Kampagnen zurückzuziehen und stattdessen auf nutzergenerierte Inhalte von „echten“ Menschen zu setzen.

 

Authentizität für alle

Authentizität ist hier das gepriesene Schlagwort – von Einzelpersonen, die ein kleineres, sichereres Publikum ansprechen wollen, von Marken, die tiefere Verbindungen zu ihren Zielgruppen herstellen wollen, und von Apps, die um diese Möglichkeit konkurrieren. Da sich immer mehr Menschen zu Anwendungen dieser Art hingezogen fühlen, haben Marken nun die Möglichkeit, ihre Social-Media-Strategie zu erweitern. Sie können Vorreiter in diesen neuen Räumen der Authentizität sein und zeigen, wie es für Unternehmen aussieht, online „echt“ zu sein.

Wir sind gespannt, was da auf uns zukommt!