Mitarbeiterengagement: Was gut für die Angestellten ist,…

Mitarbeiterengagement: Was gut für die Angestellten ist,…

…ist auch gut für das Unternehmen. Corporate Communication Strategist, Jacklyn Barron, besuchte Ende Mai die „Engage for Good“ Konferenz in Chicago. Mehr als 500 Besucher in führenden Positionen im Corporate als auch im Non-Profit-Sektor, trafen an der Schnittstelle von Ursachenbehandlung und Handel aufeinander. In Purpose Decoded erzählt sie von ihren Eindrücken, Erkenntnissen und Mitarbeiterengagement.

 

Die verschiedenen Speaker und deren Geschichten waren äußerst inspirierend. In einer Zeit, die von einem schnellen Wandel bestimmt wird, war es besonders spannend zu sehen, wie die verschiedensten Unternehmen Marketing betreiben und daran arbeiten, Einfluss auf die Gesellschaft und ihre Umwelt zu nehmen.

Ein Trend, der mir besonders auffiel, war die auffällige Redundanz von CSR und Mitarbeiterengagement. Rund 83% der heutigen Millenial-Mitarbeiter würden sich loyaler gegenüber einem Unternehmen verhalten, welches ihnen gleichzeitig dabei hilft, sich sozial zu engagieren. Auch die öffentliche Positionierung des CEOs zu einem in den Medien debattierten Thema würden 44% der Millenial-Mitarbeiter dazu verleiten, ihrem Unternehmen treu zu bleiben. Unternehmen mit sogenannten Freiwilligenprogrammen berichten von Millenials, die zunehmend stolz und zufrieden mit dem Unternehmen sind. Ein zusätzlicher Effekt von CSR-Bemühungen ist das wachsende Engagement der Mitarbeiter in Situationen, in denen gegenüber anderen das Unternehmen öffentlich vor Kritik zu schützen ist.
Es wird also schnell deutlich, dass die Belegschaft von heute mehr als nur einen guten Gehaltsscheck sucht. Wie können Unternehmen diese Leidenschaft nutzen und Chancen schaffen, die soziales Wohlergehen fördern? Hier sind einige Dinge, die ich auf der Konferenz gelernt habe:

Seid authentisch bei der Wahl

Mitarbeiter wählen sich nicht grundlos das Unternehmen aus, für das sie arbeiten möchten – sie identifizieren sich mit dem Engagement der Marke und wollen Teil ihrer Zukunft sein. Bei der Entwicklung einer CSR-Plattform und Mitarbeiterengagement sollte also der gewählte Zweck im Einklang mit der Marke stehen, und zwar nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, sondern besonders weil die Mitarbeiter sich hierauf konzentrieren werden und das Unternehmen unterstützen möchten.

Ein Beispiel hierfür ist das Engagement einer der weltweit führenden Buchverlage, Penguin Random House. Der Verlag setzt sich für die Förderung von Lesekompetenzen ein. Mitarbeiter des Verlags sind begeistert von Büchern und bringen das Geschenk des Lesens in die Welt. Im Rahmen einer Partnerschaft mit „Save the Children“ sponsert das Unternehmen eine Reihe von Initiativen, darunter die Entsendung von freiwilligen Mitarbeitern nach Ruanda, um lokalen Verlagen Einblicke in redaktionelle und gestalterische Prozesse zu bieten sowie direkte Kontakte mit jungen ruandischen Lesern, Autoren und Mitgliedern der Gemeinschaft zu knüpfen. Es ist ein Programm, für das sich die Mitarbeiter aufgrund der weltweiten Relevanz des Themas, eigenständig stark gemacht haben.

Ein Blick nach innen kann nicht schaden

Sich über den sozialen Zweck zu äußern, ist jedoch noch längst nicht alles. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre externen Bemühungen für ein höheres Engagement genauso nach innen gerichtet sind. Eine nach außen ausgerichtete Kampagne zur Förderung der Vielfalt wird scheitern, wenn Sie nicht verschiedene Talente kultivieren, integrative Politiken umsetzen und sicherstellen, dass unterschiedliche Führungspositionen in den höchsten Rängen vertreten sind. Als das Unternehmen REI sich dazu entschied, das Thema „Frauen“ für ein Jahr zu priorisieren, von der Werbung bis hin zu Social-Media-Inhalten, war dies eine Entscheidung, die für ihre Marke Sinn machte. Ein Drittel des Unternehmensvorstands und 44 Prozent der Führungskräfte sind Frauen, darunter der CIO, CFO und Vorstandsvorsitzende. Bevor das Unternehmen seine Kampagne „Force of Nature“ startete, nahm es sich Zeit, um Mitarbeiter zu schulen und sicherzustellen, dass sie die Frage der Geschlechtergleichstellung verstanden und warum die Marke sich damit beschäftigte.

Mitarbeiterengagement: Mitarbeiter werden zu Aktivisten

Mitarbeiter sind bekanntlich die größten Befürworter eines Unternehmens. Aber sie können auch Aktivisten sein, wenn sich Ihre Firma engagiert. Werden beispielsweise Social-Good-Kampagnen gestartet, so ist es wichtig, dass Mitarbeiter nicht nur aufgeklärt werden, sondern diese auch mit den richtigen Tools ausgestattet sind. Diese werden nämlich benötigt, um selbstständig aktiv zu werden und Kunden zum Handeln zu motivieren. Das Unternehmen Body Shop Canada startete die Kampagne #ForeverAgainstAnimalTesting mit dem Ziel, 8 Millionen Petitionsunterschriften zu sammeln, die der Generalversammlung der Vereinten Nationen vorgelegt werden, um Tierversuche in Kosmetika zu beenden. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, wusste das Unternehmen, dass es seine Kunden mobilisieren musste, um Stellung zu beziehen und die Petition zu unterschreiben. Die Mitarbeiter waren mit Kunden-Toolkits ausgestattet, so dass sie über alle Ressourcen verfügten, die sie benötigten, um die Kampagne mit denen zu bewerben, mit denen sie in der Community und in ihren Geschäften Kontakt hatten.

Alles braucht seine Zeit

In einer Arbeitswelt, in der Mitarbeiter 24/7 eingebunden sind, kann ein zusätzlicher Zeitaufwand für soziales Engagement schnell abschreckend wirken. Viele Unternehmen geben ihren Mitarbeitern jetzt Servicetage, an denen sie sich einen Tag frei nehmen und ihre Zeit in einer Organisation ihrer Wahl verbringen können. Andere veranstalten organisationsweite Servicetage, um Mitarbeiter aus dem Büro zu holen, um eine von Unternehmen gesponserte Sache zu unterstützen. Dies ermöglicht den Mitarbeitern nicht nur Zeit zu verbringen, sondern auch miteinander zu kommunizieren. Eines der am schnellsten wachsenden Programme ist eine auf Fähigkeiten basierende Freiwilligentätigkeit, wobei mehr als 50 Prozent der Unternehmen ein formelles Programm anbieten.

Eine auf Fähigkeiten basierende Freiwilligentätigkeit richtet berufliche Fähigkeiten und Talente auf eine soziale Herausforderung aus, auf die sie sich am besten einstellen können. Viele gemeinnützige Organisationen haben eine Lücke in Infrastrukturfunktionen wie Personalwesen, Marketing und Finanzen. Wenn Mitarbeiter ihr Know-how einer Nonprofit-Organisation zur Verfügung stellen, helfen sie nicht nur der Organisation, in diesen Bereichen erfolgreich zu sein, sondern verbessern auch ihre Fähigkeiten, die ihnen helfen, ihre Arbeit besser zu machen.

 

Auch wir bei Weber Shandwick setzen dies jährlich in unserem Büro in Minneapolis um. Beim der kostenlosen und eintägigen Schulung „Telling Your Story“ können gemeinnützige Organisationen lernen, die Geschichte ihrer Organisation besser zu erzählen. Wir tun dies, indem wir lokale Nonprofits mit Mitarbeitern von Weber Shandwick verbinden und sie bei einer Vielzahl von Kommunikationsstrategien beraten. Während des Workshops diskutieren Experten in den Bereichen Medienarbeit, Social Media, Content Creation, Creative und mehr über die kommunikativen Herausforderungen kommunaler Nonprofit-Organisationen und geben ihnen Werkzeuge an die Hand, mit denen sie einen nachhaltigen Plan entwickeln können.

 

Dieser Artikel erschien im Original als „Why Employees Doing Good is Good for Business“ von Jacklyn Barron am 1. Juni 2018 auf Purpose Decoded.