Mit der Nase in die Kommunikation der Zukunft

Mit der Nase in die Kommunikation der Zukunft

Wir kommunizieren viel mit unseren Smartphones. Wir verschicken Textnachrichten, Bilder und Sprachnachrichten und bedienen so fast alle unsere Sinne – außer dem Geruchssinn. Das könnte sich bald ändern, denn das Start-up Vapor Communications hat sich die Digitalisierung von Gerüchen als Kommunikation der Zukunft zur Aufgabe gemacht und kündigte vor kurzem ein Smartphone Case an, das das Versenden von Gerüchen ermöglichen soll.

Vapor Communications brachte bereits das oPhone auf den Markt – ein Gerät, das in Verbindung mit einer App Geruchsnachrichten (sogenannte oNotes) mit bis zu 3.000 Gerüchen versenden und empfangen kann.

„In Anbetracht dessen, wie wichtig der Geruchssinn in fast jeder Art von Kommunikation ist, ist seine Abwesenheit in globaler Kommunikation erstaunlich“ sagt David Edwards, Co-Founder von Vapor Communications.

Und er mag Recht haben, denn wer hat es noch nicht erlebt, einem Duft zu begegnen und ganz plötzlich in ferne Erinnerungen versetzt zu werden? Gerüche besitzen die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen und auf besondere Art und Weise Emotionen zu wecken. In einer Zeit, in der Haptik und Visualität bereits erfolgreich für Narratives eingesetzt werden, ist der Einsatz von Gerüchen der nächste logische Schritt im digitalen Storytelling.

Das ist ein Konzept, auf dem auch Vapor Communications aufbaut: oPhones sollen digitale Narratives wie Filme, eBooks und Musik olfaktorisch begleiten und ein ganzheitliches Erlebnis der Scent-augmented Reality schaffen. Mit dem geplanten Launch der oCases im Frühling 2016 soll das Geruchserlebnis mobil und alltagstauglich gemacht werden – durch die einfache Möglichkeit, Geruchsnachrichten vom Smartphone aus zu verschicken. Außerdem besteht eine Kooperation mit dem Center for Assessment Technology and Continuous Health (CATCH) des Massachusetts General Hospitals, um die Beziehung zwischen der Gesundheit einer Person und ihrer Geruchssensibilität zu erforschen. Hier eröffnen sich Potenziale für neue Arten der Geruchstherapien zur Behandlung von kognitiven und metabolischen Krankheiten.

Der Geruchssinn ist ein Aspekt, das nur darauf wartet, in die digitalen Medien und digitale Kommunikation integriert zu werden. Wir beobachten gespannt, wie und wann dies geschieht und welche Möglichkeiten das bereit hält.

 

Bild via Pixabay under CC0 Licence