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Gesundheit #Think

Gesundheitstracking per App: Mit wem reden wir hier eigentlich?

5. August 2015

Gesundheitsdaten sind viel wert. Nicht nur für den gesundheitsbewussten Anwender sind Health-Apps, die Schritte oder Kalorien zählen, den Blutdruck oder Puls messen, ein hilfreiches Tool zur Überwachung der eigenen Gesundheit. Zunehmend entdecken auch Unternehmen  Gesundheitsdaten als das „Öl von heute“. Doch ist das noch gesund?

Viel Potential

Health-Apps sind Gesundheitsdienste, die Daten sammeln und dem Anwender auf anschauliche und übersichtliche Weise präsentieren. Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (VfA) unterteilt diese Services in verschiedene Kategorien: Vorsorge, Frauengesundheit, Notfall und Erste Hilfe, Ernährung, Bewegung, Krankheit allgemein und Krankheit spezifisch.

Es steht außer Frage, dass die App als wichtiges Tool zur Generierung von Forschungsdaten, als Hilfstool für Notfälle (z.B. Giftnotruf, Notdienste) oder als Informationsportal zur Verbesserung der Gesundheit der Gesellschaft beitragen kann. Hier liegt noch viel ungenutztes Potential.

Schwieriger wird es aber bei den so genannten reinen Health-Trackern. Sie sammeln nicht nur Daten über Körpergröße oder Schritte, sondern zunehmend auch über das Gesundheitsverhalten. Die Anzahl dieser Anwendungen steigt rasant.

Raucher zahlen mehr, gesundes Essen wird belohnt

Wenn man sich den jüngsten Vorstoß der privaten Krankenversicherung Generali ansieht, kann dieses Modell vielleicht bald Wirklichkeit werden. Ihre Patienten sollen ab Frühjahr 2016 dafür belohnt werden, wenn sie sich die Health-App Vitality herunterladen und gesundheitsbezogene Daten tracken. Bei regelmäßiger Übermittlung an die Krankenkasse winken Prämien und Geschenke. Hört sich toll an, denn wer gesund lebt, kostet schließlich auch weniger.

Auch gesetzliche Krankenversicherungen bezuschussen schon jetzt Vorsorgeuntersuchungen und präventive Kurse oder bieten Bonusprogramme an. Private Krankenkassen, wie Generali, besitzen aber mehr Freiheiten. Sie sind von vorn herein von dem „Non-Profit“-Gedanken nach SGB V entkoppelt, die Beiträge werden hier zu Beginn individuell nach eigenem „Risikoprofil“ festgelegt. Eine App zur Generierung der „Beweise“ ist also vielleicht doch nur eine logische Konsequenz.

Kritisch könnte es aber im Umkehrschluss werden, wenn sich z.B. Patienten weigern an dem Programm teilzunehmen, beziehungsweise zu wenig oder die „falschen Daten“ übermitteln. Stehen Übergewichtige, Raucher oder chronisch Kranke dann bald im Abseits? Könnte es für sie bedeuten, dass ihre Beiträge steigen, zusätzliche Risikoabschläge fällig werden oder sie gar im Krankheitsfall weniger bevorzugt behandelt werden? All dies wäre nicht mehr ausgeschlossen. Von vielen Seiten wird dieser Vorstoß der Generali deshalb schon als Anfang vom Ende der Solidargemeinschaft gesehen.

Ob sich verhaltensbasierte Versicherungsmodelle auch bei den gesetzlichen Krankenversicherungen durchsetzen können, ist offen. Laut einer Umfrage der BitKom würden 37 Prozent der Smartphone-Nutzer ihrer Krankenkasse Gesundheitsdaten übermitteln, bei den über 65-jährigen sind es sogar 47 Prozent. Woher kommt dieses Vertrauen in „das Digitale“ und wann haben Sie eigentlich das letzte Mal offen mit Ihrem Arzt oder Apotheker (einer realen Person mit Know-How und Instant-Feedback) über Ihr Gesundheitsprofil geredet?

Die Herausforderung

Die getrackten Gesundheitsdaten vielleicht selbst nicht richtig interpretieren zu können und sich blind auf die Richtigkeit dieser Apps zu verlassen, ist eine Sache. Viel bedeutender jedoch ist die Datenschutzdiskussion. Gesundheit ist unser persönlichster Besitz und sollte auch unser bestgehüteter sein. Gerade bei Health-Apps ist aber eher das Gegenteil der Fall. Die meisten dieser Apps sind kostenlos oder für geringes Geld zu bekommen. Dieser niedrigschwellige Zugang macht die Anwendungen attraktiv. Doch den wenigsten ist bewusst, dass wir gerade durch unsere „Datenspende“ diese Produkte finanzieren. Nicht umsonst werden Daten schon als Währung des 21. Jahrhundert gehandelt, und wir sind fleißig Spender.

Früher hieß es noch: „Was nix kost‘, das is‘ auch nix.“ Dass aber gerade bei der Preisgabe von Informationen über Gesundheit, Ess- oder Bewegungsverhalten sehr zurückhaltend vorgegangen werden sollte, stört anscheinend nur, wenn über die elektronische Gesundheitskarte diskutiert wird – eine kleine Datenmenge, wenn man bedenkt, welche Fluten schon in der Cloud treiben. Bei der eGK beschränkt sich der Zugriff auf ein paar Stakeholder. Eine Online-Datenbank hingegen lässt sich schneller hacken, nicht zuletzt, da viele Health-Apps ihre Daten noch unverschlüsselt übertragen.

Klare Kommunikation hilft

Generell ist die Entwicklung von Health-Apps jedoch etwas Gutes. Es ist sehr begrüßenswert, dass wir gesundheitsbewusster leben wollen und mehr darauf achten möchten, was wann wie mit unserem Körper geschieht. Apps sind hierbei einfache Helfer, die uns bei diesem Vorhaben sinnvoll unterstützen können. Doch es ist wichtig, dass es dafür Regeln gibt und dass diese klar kommuniziert werden.

So sollte man auf die AGBs achten und vorzugweise Apps nutzen, die die Daten lokal und nicht zentral speichern. Weiterhin wäre es auch sinnvoll, wenn Gesundheits-Apps zukünftig lizensiert werden würden. Im Moment gibt es in Deutschland dafür noch keine Möglichkeit oder Institution, die diesen Part übernehmen könnte – vielleicht eine Aufgabe des Verbraucherschutzes? Im Grunde wären Health-Apps dann als Medizinprodukte zu betrachten, die den gleichen Anforderungen und Auflagen entsprechen müssten wie z.B. ein Blutdruckmessgerät aus der Apotheke. Zudem müssten die Apps auf Benutzerfreundlichkeit und Bedienfähigkeit, gerade von multimorbiden oder eingeschränkten Patienten, getestet werden, damit sie zuverlässig in Eigenregie benutzt werden können. Und zu guter Letzt sollten dann auch Healthcare-Professionals darin ausgebildet werden, Patienten in diesen digitalen Anwendungen sachgerecht zu schulen.

Eine Lizensierung würde den Wettbewerb in diesem Gebiet ankurbeln und dafür sorgen, dass der Markt verlässlichere Apps anbietet und insgesamt transparenter wird. Andersherum könnte man sich auch vorstellen, dass z.B. Krankenkassen oder Gesundheitsberufler aktiv auf ihre Patienten zugehen und ihnen Apps zur Verfügung stellen, die sie über Gesundheitsthemen informieren – zu reinen Gesundheitsaufklärung, ohne den Zwang zur Gesundheitserziehung mit erhobenem Zeigefinger und Datensammlung.

Fazit

Gerade im Gesundheitsbereich wird die Digitalisierung mit kritischem Auge beobachtet. Dies ist sicherlich auch ein Grund für ihre dortige Entwicklung „im Schneckentempo“. Es fehlen noch die richtige Infrastruktur und Maßnahmen, um die Verbraucher vor Missbrauch zu schützen.

Bis dahin sollte man in einer Zeit, wo eigene Ess-, Reise- und Einkaufsgewohnheiten aus Facebook- oder Google-Profilen simpel herauszulesen sind, sich gut überlegen, wie freizügig man mit seinem wichtigsten Gut umgehen möchte. Seinen Geldbeutel lässt man ja auch nicht einfach so rumliegen.

 

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tech #Think

Die Fusion von Robotern und Menschen – die Tech-Landschaft 2020

22. Juli 2015

Im Vergleich zu meinen Freunden habe ich erst ziemlich spät ein Smartphone bekommen. Überhaupt muss ich mich mit neuen Technologien im Privatgebrauch immer erst anfreunden. Zu denjenigen, die sich das neue iPhone kaufen, sobald es draußen ist (obwohl das alte noch einwandfrei funktioniert), gehöre ich definitiv nicht – mein Smartphone ist gute sechs Jahre alt.

Nichtsdestotrotz bin ich in den letzten Jahren immer mehr davon fasziniert, was die Tech-Welt für Menschen alles bereit hält, ja schon fast überwältigt davon, wie sehr sich der private aber auch berufliche Alltag durch neue Technologien erleichtern kann. Von daher fand ich den Bericht von Citrix „2020 Technology Landscape“ umso spannender.

Der Report fasst erstaunliche Entwicklungen zusammen, angefangen bei der Wortblase „Wie geht’s dir?“ bis hin zur digitalen Patientenakte, die mehr über einen weiß als man selbst. Die Highlights, die die Zukunft offensichtlich bringt, sollen hier einmal kurz zusammengestellt werden:

Das Arbeits- und Privatleben wird wesentlich effizienter

Im Durchschnitt arbeiten Arbeitnehmer unproduktiver, weil sie durch unnötige E-Mails (1,2 Stunden/Tag), ineffektive Meetings (1,6 Stunden/ Tag) und sonstige Unterbrechungen (2 Stunden/Tag) vom effizienten Arbeiten abgehalten werden. Tools, die die Arbeit und Leistung quantifizieren, bieten einen datengetriebenen Ansatz, um das Engagement der Mitarbeiter und ihre Arbeitsleistungen zu verbessern. Sie sind wie ein ganz persönlicher, vertraulicher Assistent. Auf der einen Seite tracken sie über Wearables und Health-Apps – wie es sie heutzutage auch schon teilweise gibt – die persönliche Fitness und den Gesundheitsstatus. Auf der anderen Seite können sie damit auch ihre Konzentrationslevel, Stimmung und Produktivität festhalten.

Durch Wearable Tech wird die Privatsphäre neu erfunden

Entwicklungen wie Wearable Tech sind für die Gesundheitsbranche oder die Finanzindustrie förderlich, schneller an persönliche Informationen über die Gesundheit, die persönliche Liquidität und den Finanzstatus eines Individuums heranzukommen. Computer kennen uns und unsere persönlichen Vorlieben schon bald besser als wir selbst.

Im Report ist sogar davon die Rede, dass das „Wie geht es dir?“ überflüssig wird, denn man kennt die Antwort seines Gegenübers, mit dem man zum Beispiel über Wearables verbunden ist und daher seinen Gemütszustand kennt, schon längst.

Der neue Trend: Tue Gutes – mit Tech

Wearables helfen blinden Menschen, sich akustisch zu orientieren, indem Sensorenarmbänder mit Sonartechnik eine 3D-Klanglandschaft der Umwelt bilden. Haptische Innovationen, z.B. automatisierte Vibrationen, helfen den Trägern dabei, Kollisionen zu vermeiden und den richtigen Weg zu wählen. 

Drohnen liefern uns Medizin und können uns verteidigen

Das Forbes Magazin erwartet bei konsumentenbezogenen Drohnen für 2015 einen Umsatz von 102 Millionen US-Dollar (d.h. ein Wachstum von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Schon heute liefern sie benötigte Medizin in abgelegene Dörfer auf der ganzen Welt.  Die US-Marine testete bewaffnete Drohnen. Das Ergebnis? Mit einem Einsatz von Drohnen im Wert von 5.000 US-Dollar konnte ein ganzer Konvoi gepanzerter Fahrzeuge geschlagen werden.

Es gibt eigentlich keine Möglichkeit, den schnellen Tech-Fortschritten auf der ganzen Welt zu entkommen. Doch was bedeutet das für uns, wie wir arbeiten und leben? Die einzige Konstante, die über den Zeitraum technologischer Innovationen bestehen bleibt: Alles wird schneller. Angefangen beim täglichen Arbeitsweg über die Pizzalieferung am Freitagabend bis hin zur Stippvisite bei den Großeltern – Ineffizienzen können nun drastisch minimiert werden.

Heißt das nun, dass wir uns zurücklehnen und entspannen können, weil alles einfacher und schneller geht? Oder wird es anstrengender für uns, da täglich Neues hinzukommt, mit dem wir lernen müssen umzugehen? Ich bin gespannt auf die Entwicklungen, die da kommen, wie hilfreich sie wirklich für uns werden oder inwiefern sie in unsere eh schon angekratzte Work-Life-Balance noch weiter eindringen.

 

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Social media #Think

Social CEOs wirken Wunder

10. Juli 2015

Direkte Kommunikation der Führungsetage kann wahre Wunder bewirken, wenn es darum geht, eine Unternehmensmarke aufzubauen oder gewinnbringend eine Firma zu leiten. In einer zunehmend vernetzten Welt erhalten bei dieser Kommunikation mobile Geräte eine immer größere Bedeutung – für Konsumenten, aber auch für Unternehmen. Dass Social Media sich immer größerer Beliebtheit erfreut, heißt aber noch lange nicht, dass Unternehmen – insbesondere deren Geschäftsführer – diesen Trend auch verinnerlicht haben. Stattdessen erleben wir immer wieder, dass Unternehmensverantwortliche den sozialen Medien komplett entsagen, sei es aus Unwissenheit oder Angst. Dabei kann die große Reichweite von Social Media ein essentieller Gewinn für jedes Unternehmen oder jeden Führungsverantwortlichen sein, der sich mit seinen Stakeholdern engagen und sie maßgeblich für sich gewinnen möchte. Noch immer betrachten viele Unternehmen Social Media als unbekannte Stellgröße und zögern, sie in ihre Kommunikationsstrategie einzubeziehen. Doch das Corporate Messaging einer Unternehmensmarke überzeugt erst, wenn die Führungskräfte es durch eine starke Präsenz im Social Web vorleben und dabei die richtigen Tools und Plattformen nutzen, um ihre Zielgruppen bestmöglich zu erreichen. Sie sollten ihre persönlichen Perspektiven und Meinungen mit relevanten Dritten teilen. Hierbei gibt es durchaus verschiedene Taktiken, um Retweets, Shares, Likes, Comments etc. zu erhalten und Konversationen zu starten.

Arbeite mit den Proaktiven – und mache es ihnen einfach

Manchmal ist der Weg des geringsten Widerstandes doch der beste. Chefs, die ihre Mitarbeiter genau kennen, haben einen entscheidenden Vorteil: Sie können die Proaktiven unter ihnen identifizieren und dabei unterstützen, Fürsprecher für das Unternehmen zu werden. Deshalb haben wir bei Weber Shandwick zum Beispiel Übersichten unserer Mitarbeiter, die auf Twitter, Facebook, etc. aktiv sind. Mit vorab vorbereitetem Content, sogenannten „Content-Häppchen“ bieten wir ihnen an, ganz ohne Zwang Unternehmensinhalte zu teilen. Dabei ermutigen wir vor allem Mitarbeiter mit Personalverantwortung, vorbildhaft diese Inhalte zu teilen und andere darauf aufmerksam zu machen. Außerdem motivieren wir unsere Mitarbeiter, den Weber Shandwick Unternehmenskanälen zu folgen und die Inhalte, die ihnen persönlich am meisten zusagen, zu teilen oder zu retweeten.

Messe und zeige Erfolge

Führungskräfte, die bisher Berührungsängste mit Social Media hatten, sollten durch vorangegangene Erfolge ermutigt werden. So wiesen wir unsere Mitarbeiter auf die steigende Bedeutung von Social Media hin, etwa durch regelmäßige Reportings unserer Unternehmenskanäle. Wir zeigten, wie wir erfolgreich neue Mitarbeiter über Twitter und Co. gefunden haben. Wir begrüßten alle Kollegen persönlich, die sich auf einem unserer Social Channels neu anmeldeten. Schon bald kamen Führungskräfte aus allen Abteilungen aktiv auf uns zu, um in unsere Social-Media-Verteiler aufgenommen zu werden. Bisher sind gut zwei Drittel unserer Mitarbeiter mit Personalverantwortung auf den größten Social-Media-Plattformen vertreten. Nicht nur konnten wir ihnen verständlich machen, wie wichtig es für sie ist, einen Digital Footprint im Netz zu hinterlassen. Wir gaben ihnen auch zu verstehen, dass sie damit einen wichtigen Beitrag lieferten, um ihr Unternehmen – in diesem Falle uns als Kommunikationsagentur – im WWW als Innovationstreiber und Kommunikationsexperten zu positionieren und so Kunden, Prospects, Fachmedien und (potenzielle) Mitarbeiter von uns zu überzeugen.

Lehre deinen Chef zu twittern

CEOs und andere Führungskräfte sollten nichts überstürzen, wenn sie sich entscheiden, im Social Web aktiv zu werden. Jeder Mensch ist anders und Facebook oder Twitter sind nicht keine Garanten für Social Engagement. Über unser internationales Netzwerk haben alle unsere Mitarbeiter die Möglichkeit, sich weiterzubilden und etwa über Webinare verschiedenste Social-Media-Kanäle kennen zu lernen. Ganz nach persönlicher Vorliebe kann die passendste Plattform also auch Google+ oder Pinterest sein. In dem wir allen bei Weber Shandwick vorbereiteten Content zur Verfügung stellen, ermutigen wir sie gleichzeitig dazu, ihre ganz eigene Stimme im Netz zu erheben, mit eigenen Meinungen, Perspektiven und eigenem Content. Die Präsenz der Führungsetage in den sozialen Media, allen voran die des CEOs, ist ein wichtiges Schlüsselelement für eine erfolgreiche Unternehmenspräsentation im Social Web. Dies ist kein Projekt, das Anfang und Ende hat, sondern muss von jedem Mitarbeiter als eine fortlaufende Aufgabe angesehen werden! Genauere Betrachtungen zum Thema finden sich auch in den Studien zum Social CEO und zu Employees Rising von Weber Shandwick.

 

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