Townhall Meeting mit Mark Zuckerberg

Townhall Meeting mit Mark Zuckerberg

Mark Zuckerberg ist in Berlin. Am Donnerstag joggte der Facebook-Gründer noch mit Bodyguards über den Pariser Platz, gestern stellte er sich bei einem „Townhall Meeting“ den Fragen von zahlreichen Facebook-Nutzern in der Arena in Treptow. Eine Woche zuvor hatte Mark seine Follower per Facebook-Post um Fragen für das Berliner Q&A gebeten. Es mangelte in letzter Zeit nicht an Kritik zu Themen wie Hatespeech oder Datenschutz. Ich erwartete daher auf derartige Fragen einige Antworten zu erhalten.

Safety first

Der Einlass glich einer Sicherheitskontrolle am Flughafen: Zutritt erhielt man nur mit Personalausweis. Die Wertsachen und Metallgegenstände musste man in eine Box legen, bevor es durch den Körperscanner zu gehen galt. Getränke wurden bereits am Eingang abgegeben, eine Bar gab es nicht. Mein Magen knurrte trotz Frühstück. Eine Stunde sollte es dauern, bis Mark die Bühne betrat.

Tosender Applaus empfing den Mann im immergrauen Shirt schließlich. Das Format der Veranstaltung suggerierte auf den ersten Blick Nähe und Transparenz. Auf den zweiten Blick offenbarte sich eine kluge PR-Inszenierung: Fragen, die aus dem Publikum gestellt wurden, wurden mit den Moderatoren vorab abgesprochen – damit es nicht zu Dopplungen kommt aber auch, um ein Spektrum an Fragethematiken abzudecken. Für Nachfragen, ganz im Sinne der von Facebook verteidigten „Counter Speech“, blieb kein Raum. Viele Fragen drehten sich jedoch nicht nur um Facebook, sondern auch einfach um Marks Privatleben.

PR at its finest

Wie Facebook in Zukunft mit Hasskommentaren umzugehen gedenkt, lautete die Frage eines Studenten. Zuckerberg räumte ein, dass Facebook hier bisher keinen guten Job gemacht habe. Erstmals nannte er eine konkrete Anzahl an Mitarbeitern des externen Dienstleisters, die sich in Berlin um die Bearbeitung von Reports kümmern: 200. Die konkrete Frage ließ er allerdings unbeantwortet. Auch sollte es für diesen Tag die einzige Frage zum Thema Hasskommentare bleiben.

Die restlichen Fragen drehten sich um Virtual Reality, Künstliche Intelligenz und die kürzlich eingeführten „Reactions“. Marks Antworten hingegen drehten sich oft darum, wie Facebook die Welt zu einem besseren Ort machen kann. Man werde sich weiterhin darauf konzentrieren, alle Menschen miteinander zu vernetzen. Videos werden das wichtigste Format werden, in denen wir Dinge verbreiten. Live-Videos werden bald für jeden Nutzer möglich sein. Einen Dislike-Button wird es nach wie vor nicht geben. Seiner Tochter geht es gut. Und Beast, dem Hund, auch.