Auf ein Wort – Tag der Muttersprache

Auf ein Wort – Tag der Muttersprache

Etwa 6.000 gesprochene Sprachen gibt es derzeit auf der ganzen Welt. Rund 2.500 von ihnen sind laut UNESCO vom Aussterben bedroht. Zum Erhalt der sprachlichen Vielfalt und zur Förderung der Muttersprache begehen wir deshalb in jedem Jahr am 21. Februar den Internationalen Tag der Muttersprache.

Sprache versus Dialekt

Dass in vielen Ländern Afrikas und Asiens mehrere Sprachen in der Bevölkerung gesprochen werden, ist allgemein bekannt. Neu dürfte für viele Menschen jedoch sein, dass es auch hierzulande eine Vielzahl anerkannter (deutscher) Sprachen gibt. Vielleicht ein Grund dafür, dass 13 von ihnen auf dem UNESCO-Weltatlas der bedrohten Sprachen verzeichnet sind.

Dabei ist Sprache nicht gleich Dialekt. Besonders eine ausgeprägte eigene Grammatik und umfangreiches Vokabular unterscheiden eine eigenständige Sprache von einer dialektalen Sprachvarietät.

Bedrohte Sprachen Deutschlands

Welche Sprachen werden neben dem Hochdeutschen nun in unserer Republik gesprochen? Hier eine kleine Übersicht über die 13 von der UNESCO als bedroht eingestuften Sprachen:

  • Bairisch ist nicht gleich Bayerisch, da es nicht im gesamten Freistaat verbreitet ist. In Gegenden Ober- und Mittelfrankens und auch Schwabens, die alle samt zu Bayern gehören, wird es nicht gesprochen. Jenseits bayerischer Landesgrenzen, etwa in Teilen Österreichs, Südtirols und Sachsens, dagegen schon.
  • Alemannisch umfasst Elsässisch, Schweizerdeutsch, Badisch und Vorarlbergisch.
  • Ostfränkisch, Rheinfränkisch, Moselfränkisch haben ihren Ursprung im Fränkischen Reich (5.-9. Jahrhundert). Fränkische Spracheinflüsse finden sich auch im Luxemburgischen, Niederländischen und Afrikaans.
  • Niedersächsisch ist auch bekannt als Plattdeutsch und bis in Teile Niedersachsens und Schleswig Holsteins verbreitet.
  • Limburgisch-Ripuarisch gehört ursprünglich zur fränkischen Sprachgruppe, genießt in den Niederlanden aber den offiziellen Status als Minderheitensprache nach der EU-Charta.
  • Sorbisch gehört zu westslawischen Sprachfamilie und wird in der Lausitz gesprochen. Heute sprechen ca. 13.000 Menschen Obersorbisch und nur noch rund 7.000 Menschen Niedersorbisch.
  • Jiddisch, aus dem Mittelhochdeutschen hervorgegangene Sprache. Enthält Elemente mit hebräischen, aramäischen, romanischen, slawischen und anderen Sprachen.

Als ernsthaft bedroht gelten

  • Nordfriesisch wird von ca. 10.000 Sprechern in – wie der Name schon sagt- Nordfriesland (Schleswig Holstein) sowie auf den vorgelagerten Inseln Föhr, Amrum, Sylt, Helgoland sowie den Halligen gesprochen. Es umfasst etwa 10 verschiedene Dialekte.
  • Saterfriesisch, gesprochen von rund 1500 – 2500 Menschen im Landkreis Cloppenburg (Niedersachsen).
  • Jütländisch entsprang dem Dänischen und wurde lange Zeit auf beiden Seiten der deutsch-dänischen Grenze gesprochen. Durch fehlende Förderung gehen die Sprecherzahlen jedoch immer weiter zurück.
  • das von Sinti und Roma gesprochene Romani.

Lasst uns den heutigen Tag also nutzen, um unsere Zungen (und Herzen) ganz im Zeichen unserer Muttersprache schlagen zu lassen und zu sprechen, wie uns der Schnabel gewachsen ist.

Bild von stux via Pixabay.com under CC0 Licence