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blockchain #Think

Blockchain für Anfänger: Die Mutter des Bitcoins

23. Mai 2018

„Die bedeutendste Technologie der kommenden Jahrzehnte liegt vor uns“, schreibe ich und überlege gleichzeitig, ob ich die qualifizierteste Person für diesen Beitrag bin? Wahrscheinlich nicht, aber gerade deshalb bin ich wahrscheinlich genau die Richtige, um diese technische Errungenschaft, die uns schon beim Buchstabieren Kopfschmerzen bereitet, möglichst einfach zu erklären. Die Blockchain-Technologie wird als eine der bedeutendsten Technologien der nahen Zukunft gehandelt. „Blockchain“, simpel übersetzt: eine Kette von Blöcken, die Blockkette. Und siehe da, die Übersetzung ist zwar nicht schön,, findet aber auch in Fachkreisen Anwendung. Wikipedia erläutert den Begriff mit Wörtern wie kryptographisch, Hash, Zeitstempel und Transaktionsdaten. Und da haben wir es wieder. Ein Fachbegriff, erklärt mit vier weiteren Fachbegriffen!?

 

Wie funktioniert die Blockchain-Technologie?

 

Hier also eine einfache Erklärung für alle Interessierten: Die Blockchain-Technologie ist eine Art dezentrale Datenbank, in der Vorgänge verschlüsselt gespeichert werden. Diese Aktionen werden in Blöcken zusammengefasst und, wie bei einer Kette, aneinander gehängt. Warum ist diese Technologie nun so einzigartig? Das liegt unter anderem an dem kleinen Wort dezentral. Das bedeutet, dass diese Blockchains nicht in einem großen Rechenzentrum verwaltet werden, sondern dass es ein weltweites Netzwerk von teilnehmenden Computern gibt. Auf jedem Computer wird die komplette Blockchain abgespeichert. Gibt es neue Transaktionen werden diese direkt im kompletten Netzwerk hinterlegt. Dies geschieht nach aktuell höchsten Verschlüsselungsstandards. Um das System vor Angriffen und Manipulationen zu schützen, gibt es so genannte „Miner“ (analog zu „Goldschürfern“). Sie prüfen die Richtigkeit der verschlüsselten Transaktionen und setzen die Blöcke zu Ketten zusammen. Nur ein validierter Block kann die Kette fortsetzen. Dies sowie der hohe Verschlüsselungsgrad soll die Blockchain sehr sicher machen.

 

Was ist heutzutage noch sicher?

 

Es gibt allerdings auch Kritik: Forscher der RWTH Aachen und der Goethe-Universität Frankfurt haben die erste Lücke in der bekanntesten Blockchain, der Kryptowährung Bitcoin, gefunden. Demzufolge seien 1.600 Daten entdeckt worden, die keine Finanzdaten enthalten. Darunter 142 Links, die im Dark Web zu kinderpornografischen Inhalten führen. Bereits 2015 wies Interpol darauf hin, dass „das Design der Blockchain bedeutet, dass die Möglichkeit besteht, Schadsoftware einzuschleusen und dauerhaft zu hosten, ohne ein verfügbares Verfahren zur Löschung dieser Daten“. Keine schöne Kehrseite der Medaille.

 

Wo kommt Blockchain eigentlich zum Einsatz? 

 

Die Anwendungsgebiete sind vielseitig und IBM stellt die Umkehrfrage: „Es sollte heißen: Welche Szenarien lassen sich nicht mit der Blockchain umsetzen?“ Angefangen hat es mit der digitalen Währung: Das Rückgrat des 2009 gegründeten Bitcoins ist nämlich die Blockchain – ein webbasiertes, dezentralisiertes, öffentliches Buchhaltungssystem aller Bitcoin-Transaktionen, die jemals getätigt wurden. Man kann es sich wie einen Tunnel vorstellen: Die Blockchain ist der Tunnel, die Bitcoins sind die Autos die hindurchrasen. Kryptowährungen sind jedoch nur ein Anwendungsfeld. Interessant sind auch die Smart Contracts. Dabei handelt es sich um webbasierte Computerprotokolle, die Verträge abbilden und die Abwicklung eines Vertrages technisch unterstützen. In den USA ist es bereits möglich, mittels Smart Contracts zu heiraten! Im Oktober 2014 ließ sich das erste Paar über Skype trauen. Rechtskonform wurde das Ganze mittels Abscannen eines QR-Codes, der direkt in die Blockchain-Datenbank geschrieben wurde.

Blockchain ist eine smarte Technologie, die sich als einfach und kostengünstig darstellt. Betrachtet man die ökologische Seite, wird es allerdings schon komplexer. Zum Beispiel, wenn man an den Stromverbrauch all der Rechner denkt, die Tag und Nacht Transaktionen schürfen und Blöcke validieren. Bei allen Vorteilen gibt es also noch deutliches Optimierungspotential.

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Original oder Kopie? #Think

Zeitalter der Intertextualität oder auch: Der Tod der Originalität?

17. Mai 2018

Ansprechend, spannend und vor allem originell: Wer in der heutigen Zeit versucht, Neues zu schaffen, steht vor einem Problem. So kreisen die Gedanken von Filmemachern, Autoren, aber auch Agenturen stets um die Frage, wie sie etwas sagen können, das bisher noch nicht gesagt wurde. Aber: Ist das überhaupt noch möglich? Bleibt uns mit Blick auf Jahrhunderte voller Kunstgeschichte und Jahrzehnte voller Popkultur und Werbekampagnen noch die Chance, etwas Neues zu erzählen?

 

Zwischen Poststrukturalismus und Einflussangst

Während meines Studiums las ich den Aufsatz „Der Tod des Autors“ vom französischen Philosophen Roland Barthes. Der Aufsatz wirbelte – und wirbelt noch immer – mächtig Staub auf, da er den Autoren eines Textes beim Lesen für tot erklärt. Was entsteht, ist die Geburt des Lesers – und des Poststrukturalismus in der Literatur. Barthes wusste mit dieser Wortwahl dermaßen zu provozieren, dass man zu leicht vergisst, dass er hier eine Wandlung beschreibt: Der Leser wird beim Lesen der Schaffer des tieferen Sinnes des Werkes. Die Originalität liegt quasi bei ihm selbst.

Mit dem Begriff „The Anxiety of Influence“ entwickelt der amerikanische Literaturtheoretiker Harold Bloom diesen Gedanken noch weiter und formt den Schaffensprozess. Zuerst erkennt Bloom quasi jedem Autor die Möglichkeit ab, etwas Neues und wirklich Originelles von sich aus zu schaffen. Vielmehr bündeln sich in neuen Werken die bisherigen Pfade von gelesenen Werken, ihrer Interpretationen und der rezipierten Kultur. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass kein Werk mehr autonom sei. Jede Neuschaffung sei nur eine Reaktion auf das, was es bereits vorher gab.

Es bedeutet, dass kreative Köpfe etwas Neues schaffen, wenn sie das Bisherige neu interpretieren – ähnlich wie bei Barthes‘ Theorie. Dafür muss die Einflussangst bekämpft und überwunden werden. Gelingt dies nicht, sprechen wir von einer Nachahmung oder einem missglückten Remake der vorherigen Kunst. Wenn es jedoch gelingt, sprechen wir von einem Pastiche.

 

Pastiche, Hommage und Satire als Formen der Intertextualität

Der Pastiche ist die bewusste Nachahmung und somit auch die Weiterentwicklung des vorherigen Stoffes. Wir sehen dies in Werken, die bekannte Popkulturreferenzen nutzen, um eine neue Geschichte zu erzählen. Steven Spielberg jüngster Film „Ready Player One“ ist übersäht mit Referenzen an seine eigenen, aber auch andere Filme und Werke, wie etwa die von Stephen King. Im Idealfall ist diese dann sogar erfolgreicher oder beliebter als das Original.

Medienwechsel, wie etwa die Verfilmung eines Buches oder eines Comics, übersetzen dazu Textzeilen oder einzelne Strips in das neue Kunstwerk mit ein. Geschieht dies anerkennend und handlungstreibend erleben wir, was die Literatur eine Hommage nennt. Wird dies jedoch für einen humoristischen Effekt genutzt, der uns zum Lachen bringt, lachen wir über die Parodie oder die Satire. Die Wiedererkennung der intertextuellen Referenz auf große Popkultur weckt in uns Erinnerungen und Emotionen, aber auch Erwartungen und Vertrautheit. Zum Beispiel, wenn eine Film- oder Werbefigur ein bekanntes Werk zitiert oder der Originalcharakter einer früheren Erzählung in einer Neuauflage wieder in Erscheinung tritt. Als Goethe-Fan schätze ich beispielsweise den Spot der Berliner Verkehrsbetriebe, der „Willkommen und Abschied“ neu interpretierte. Allerdings kann man auch hier übertreiben und die Referenzen aus dem eigenen Handlungsuniversum überfrachten, wie es bei den neusten Filmen aus der Star Wars Saga der Fall ist. Wenn einzelne wiederkehrende Elemente aus der Originaltrilogie weder subtil noch handlungstreibend einsetzt werden, dienen sie vielmehr als eine Art Fan Service und ändern nichts an der Qualität des neuen Werkes.

 

Ist Neues zu schaffen nun unmöglich?

Ist es nun unmöglich, ganz auf Intertextualität zu verzichten? Nein. Allein die deutsche Sprache – geschrieben oder gesprochen – ist voll von Redewendungen, Symbolen oder Kontexten, die durch große Werke oder Bräuche geprägt worden sind. Letztlich ist auch genau das der Grund, warum Sprache überhaupt funktioniert.

Der Schlüssel, um dennoch originell zu erzählen, liegt in der Neuausrichtung der erzähltechnischen Tropen. Der Tropus beschreibt in der Rhetorik etwa Metaphern oder Allegorien. Beim Storytelling können dies jedoch Klischees von Handlungen und Figuren sein, wie etwa der Ritter in der schimmernden Rüstung, die Stadt als Dschungel, das Haus als Schutzstätte, der Wald als Wildnis. Werden diese Tropen geschickt gegeneinander ausgespielt und/oder entgegen ihrer verbundenen Erwartungshaltung neu interpretiert, entsteht eine gänzlich neue Handlung.

Es ist also nicht nötig, das Rad der originellen Erzählung neu zu erfinden. Das betrifft Autoren und Kreativkonzepter gleichermaßen. Ist man von der Einflussangst getrieben, muss diese zugelassen und kanalisiert werden. Nur so wird aus der „Anxiety of Influence“ letztlich auch die „The Power of Influence“.

 

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Gesundheitskommunikation #Work

Gesundheitskommunikation – zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Kommunikationsberater!

15. Mai 2018

Weber Shandwick Deutschland unterstützt seit Januar 2018 kommoguntia e.V., die studentische PR-Initiative der Universität Mainz. Im Zuge der gemeinsamen Projekte fand am 3. Mai der kommoTalk zum Thema Gesundheitskommunikation statt, den Dr. Torsten Rothärmel, Managing Director Health, besuchen durfte. Dies ist der passende Gastbeitrag

 

Zum ersten kommoTalk des Sommersemesters besuchte uns am 3. Mai unser neuer Förderer Weber Shandwick. Der Abend war dem Thema „Gesundheitskommunikation – zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Kommunikationsberater!“ gewidmet. Torsten Rothärmel, der in Frankfurt den standortübergreifenden Bereich Healthcare des internationalen Public-Relations-Netzwerks leitet, gab uns spannende Einblicke zu den Besonderheiten und der Vielfalt der Gesundheitskommunikation.

Gesundheitskommunikation hat eine zunehmende Relevanz. Das Themenspektrum reicht dabei sehr weit – von neuen Medikamenten über Medizintechnikprodukte hin zu Konsumerprodukten wie z.B. Sonnenschutz. Auch die Zielgruppen sind vielfältig und weisen unterschiedlichstes Informationsverhalten auf. Die Herausforderung der Gesundheitskommunikation ist es demnach, die komplizierten Inhalte verständlich und kurzweilig aufzubereiten und an viele unterschiedliche Gruppen zu vermitteln. Diese zielgruppengerechte Aufbereitung der komplexen Themen gelingt vor allem durch die interdisziplinäre Ausrichtung des Tätigkeitsbereichs. In der Gesundheitskommunikation vereinen sich Personen mit den verschiedensten Hintergründen zu einer Berufsgruppe:  PR-Praktiker, Naturwissenschaftler, Geisteswissenschaftler, Mediziner, etc.

Wie man vom übergeordneten Kommunikationsziel zu den konkreten Maßnahmen gelangt verdeutlichte uns Torsten anhand vergangener Healthcare-Cases. Wichtig ist es, über Zielgruppen und Kontext zum sogenannten Incite zu gelangen, jenem Anknüpfungspunkt mit dem die Aufmerksamkeit der Zielgruppe am besten erreicht werden kann. Daraus lässt sich eine Idee ableiten aus der letztlich ein Kommunikationskonzept mit konkreten Maßnahmen entsteht. Ob ein Kochbuch vom Sternekoch mit Rezepten für chronisch Darmerkrankte oder ein Science Slam zum Thema Diabetes – in der Gesundheitskommunikation sind die verschiedensten kreativen Maßnahmen zur Zielgruppenansprache gefragt. Hierbei spielen auch die Möglichkeiten im Bereich Digital Health, wie etwa Virtual Reality oder interaktive Websites, eine immer größer werdende Rolle.

Im zweiten Teil des Vortrags gab uns die derzeitige Praktikantin bei Weber Shandwick in Frankfurt, Zahia, Einblicke in ihre Praktikumstätigkeiten, das Arbeitsklima und Miteinander in der Agentur sowie ihren Bewerbungsprozess.

In der abschließenden Diskussionsrunde blieben keine Fragen offen: Worauf kommt es beim Bewerbungsgespräch an? Wo liegen die Vor- und Nachteile bei kleinen inhabergeführten Agenturen versus internationalen Kommunikationsnetzwerken? In welchen anderen Bereichen ist Weber Shandwick aktiv?

Insgesamt erhielten die kommo-Mitglieder spannende Einblicke in die Welt der Gesundheitskommunikation und die Arbeit von Weber Shandwick. Dafür bedanken wir uns herzlich bei Torsten Rothärmel und Zahia!

 

Der Artikel erschien ursprünglich am 15. Mai 2018 auf dem Blog von kommoguntia e.V.
Bildcredits: kommoguntia e.V. 
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ESN #Think

Enterprise Social Networks: Chancen und Hürden in der internen Unternehmenskommunikation

9. Mai 2018

Sarah Maulhardt ist seit April 2018 Managerin im Bereich Employee Engagement und Change Management bei Weber Shandwick. In ihrem Blogbeitrag gibt sie einen Einblick in die Erkenntnisse ihrer Masterarbeit zum Management von Enterprise Social Networks deutscher Großunternehmen. Ziel der Arbeit war es, sowohl auf theoretischer Ebene Möglichkeiten und Herausforderungen des Kommunikationsmanagements in ESN aufzustellen, als auch im Rahmen einer qualitativen Befragung mit 15 Kommunikationsverantwortlichen diese zu überprüfen und zu erweitern. 

 

Kein Wandel ohne transparente Kommunikation

Die durch die Digitalisierung hervorgerufenen Veränderungsprozesse und Innovationserfordernisse, der Fachkräftemangel und die orts- und zeitunabhängige sowie funktionsübergreifende Zusammenarbeit von Teams stellen einige der Herausforderungen dar, die Unternehmen lösen müssen, um erfolgreich zu bestehen. Sie erfordern einfache und schnelle Kommunikationsprozesse zwischen Mitarbeitern und effiziente Formen des Wissensmanagements. Zudem sind in Zeiten des kontinuierlichen Wandels motivierte, engagierte und veränderungsbereite Mitarbeiter so wichtig wie nie zuvor. Starre, auf Informationen basierende Intranets werden aus diesem Grund zunehmend durch Social Intranets und/oder Enterprise Social Networks (ESN) wie Yammer oder IBM Connections abgelöst. Soziale Medien sind damit nicht mehr nur Bestandteil der externen Unternehmenskommunikation, sondern auch wichtiges Element der internen Kommunikation.

 

Nutzen und Herausforderungen von ESN

Kommunikationsverantwortliche verfolgen mit dem Einsatz von ESN eine Reihe von Zielen. Dazu gehören u. a.:

  • die stärkere Vernetzung und der Dialog der Mitarbeiter untereinander,
  • die Förderung von Zusammenarbeit und Verbesserung des Wissensmanagements
  • sowie die damit einhergehende steigende Produktivität im Unternehmen.

Letztlich soll der Einsatz von ESN die Erreichung der Geschäftsziele unterstützen. Mithilfe vielfältiger Funktionen und Formaten können Mitarbeiter virtuelle Verbindungen zu ihren Kollegen und Führungskräften in ESN eingehen und unternehmensweit Experten zu bestimmten Themen finden.

Neben den zahlreichen Möglichkeiten sind mit dem Einsatz dieser Tools auch Herausforderungen verbunden: Unklare Zielvorstellungen seitens der Kommunikationsmanager sowie mangelndes Verständnis der Unternehmensleitung und Mitarbeiter von Nutzen und Mehrwert der Plattformen blockieren ihre wirkungsvolle Anwendung. Auch die Fokussierung auf technische Funktionen anstelle des mit dem Einsatz von ESN verbundenen Change-Prozesses ist wenig zielführend. Zudem verhindert eine Unternehmenskultur, in der Offenheit und Transparenz nicht erwünscht sind, den Erfolg der Firmennetzwerke. Die den ESN zugrundeliegenden Prinzipien der Teilhabe, Selbstorganisation und Transparenz können darüber hinaus die Furcht vor einem Kontrollverlust in Unternehmen mit sich bringen. Schließlich kann im Prinzip nun jeder Mitarbeiter zum Kommunikator werden. Damit Ängste beseitigt werden und ein Mehrwert bei der Nutzung von ESN entsteht, bedarf es des strategischen Einsatzes und Managements der internen Kommunikation in ESN seitens der Kommunikatoren in Unternehmen.

 

Ein Blick in die Praxis

 

Analyse. Bereits vor der Implementierung eines ESN stehen den Projektverantwortlichen verschiedene Analysen zur Auswahl. Hierzu gehören vor allem Stakeholder-, Themen-, Meinungs- und SWOT-Analysen sowie die Betrachtung des Kommunikations- und Beziehungsgeflechts im Unternehmen. Diese helfen dabei, die Ausgangssituation für die Nutzung eines ESN zu bestimmen. Die im Rahmen der Arbeit befragten Kommunikationsmanager fokussieren sich hierbei vor allem auf die Analyse der Mitarbeiter und die Identifikation von Botschaftern, welche die Nutzungsweise der neuen Tools in ihren Teams verankern sollen. Obwohl der Großteil der Befragten von Analysen im Vorfeld der ESN-Einführung berichtet, besteht hierbei noch großes Ausbaupotenzial. Neben der reinen Vorab-Analyse helfen vor allem auch kontinuierliche Analysen dabei, die Kommunikation in ESN stetig zu optimieren.

 

Planung. Im Rahmen der strategischen Planung fokussieren sich die Kommunikatoren vor allem auf mögliche Anwendungsfälle, Ziele und Zielgruppen sowie geeignete Kommunikationsmaßnahmen für das ESN. Für den Großteil der Unternehmen ist die Integration der Plattform in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter das wichtigste strategische Ziel. Die Content-Planung für die Netzwerke erfolgt vorwiegend im Zusammenspiel mit der gesamten Themenplanung der internen Kommunikation. Eine integrierte, crossmediale Kommunikation wird somit gewährleistet. In einzelnen Fällen stellt das ESN allerdings nur eine Art Ergänzung zum Intranet dar und wird nicht strategisch eingesetzt.

 

Organisation. Um die Mitarbeiter zur Nutzung von ESN zu befähigen und zu motivieren, greifen Kommunikatoren auf zahlreiche Möglichkeiten zurück. Neben Schulungen, Workshops, umfassenden Informationsmaterialien, Support Communites und persönlicher Beratung rufen einige Unternehmen auch Reverse Mentoring-Programme ins Leben. Im ESN selbst stehen den Mitarbeitern vielfältige Funktionen zur Interaktion und Partizipation zur Verfügung. Neben zahlreichen Social Features bieten Kommunikatoren zusätzlich Formate wie z.B. Live-Chats mit dem Leadership Team und das Streamen von Veranstaltungen an. Zudem versuchen Kommunikationsmanager mit Kampagnen und Gamification-Ansätzen die Interaktion und Partizipation in den Netzwerken zu fördern.

 

Evaluation. Um das Erreichen der Ziele im ESN zu messen und den Wertschöpfungsbeitrag darzustellen, nutzen die Kommunikatoren verschiedene Wege. Dabei kommen vor allem die Auswertung von Nutzungsstatistiken und Kennzahlen zu Interaktion und Engagement im Netzwerk zum Einsatz. Zudem geben Mitarbeiterbefragungen und Fokusgruppen-Interviews Aufschluss über Erfolg und Verbesserungspotenzial der Kommunikation in ESN. Prinzipiell scheinen die Kommunikationsmanager jedoch Schwierigkeiten zu haben, wenn es um die Darstellung des Wertschöpfungsbeitrags von ESN geht. Hilfreiche Instrumente wie die Balanced Scorecard, Strategy Maps und der DPRG/ICV-Bezugsrahmen werden von den Befragten nicht herangezogen. Stattdessen versuchen sie anhand von quantitativen Kennzahlen sowie Erfolgsbeispielen den Mehrwert der Plattformen darzustellen. Das reicht allerdings nicht aus, um den Beitrag des ESN für den Geschäftserfolg plausibel darzustellen, um so Mitarbeiter und Führungskräfte nachhaltig von der Plattform zu überzeugen.

 

Bild Credits: rawpixel.com , under Creative Commons Zero Licence, via pexels.com
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