Marketing und KI – Beziehungsstatus: Es ist kompliziert?

Marketing und KI – Beziehungsstatus: Es ist kompliziert?

Künstliche Intelligenz und Marketing sind so eine Sache: Es wird viel darüber gesprochen, es passiert allerdings wenig. Wer sich einmal seine Empfehlungsliste auf gängigen Online-Shopping-Plattformen angeschaut oder personalisierte Bannerwerbung beobachtet hat, der ahnt, dass die Herrschaft der Maschinen noch weiter entfernt ist.

Genau deshalb ist es jedoch wichtig, sich dem Fortschritt im wohl bedeutsamsten Forschungsfeld, neben dem Klimawandel, zu widmen. Gerade Agenturen, die häufig mit ihren Kunden über neue Technologien sprechen, haben oft einigen Nachholbedarf, wenn es um KI im eigenen Unternehmen geht. KI wird verändern, welche Leistungen Agenturen anbieten und sie wird verändern, wie Agenturen überhaupt arbeiten.

 

Künstliche Intelligenz nutzen – nur wie?

 

Genau deshalb hat die IHK für München und Oberbayern genau diesen Punkt zum Thema ihres 17. Agenturgipfels erkoren. Mit dabei waren neben PR-, Werbe-, Digital- und Mediaagenturen auch Start-Ups aus dem Bereich künstliche Intelligenz sowie etablierte Technologieunternehmen.

Der Konsens: Agenturen müssen sich mehr mit KI auseinandersetzen. Die Frage ist nur wie. Sollten sie selbst künstliche Intelligenz von der Pieke auf entwickeln? Etwa ein Programm, das erkennen kann, was auf Bildern zu sehen ist? Oder sollten sie ihr Spezialwissen nutzen, um mit existierender künstlicher Intelligenz Marketing- und Kommunikationsanwendungen zu entwickeln, wie etwa einen automatischen Textgenerator für Produktbeschreibungen? Oder sollten sie schlichtweg einfach auf solche Lösungen zurückgreifen, indem sie eingekauft werden?

Während der Vorträge wurde klar, dass es keine Knappheit an Anbietern gibt, die in den Markt drängen. Neue Dienstleister für Agenturen sprießen fast täglich aus dem Boden, doch viele von ihnen können auch den eigentlichen Endkunden im Unternehmen direkt bedienen. Auch die Technologieunternehmen tummeln sich auf dem Feld, ebenso wie die großen Digitalplattformen und auch die Beratungen.

 

KI wird Agenturarbeit revolutionieren

 

Keine Agentur wird in Zukunft ohne die Unterstützung von künstlicher Intelligenz auskommen, denn Agenturkunden werden nicht ohne KI auskommen. Die Logik, nach der Agenturen nach Stundensätzen für den Zeitaufwand ihrer Fachkräfte entlohnt werden, wird ein Ende finden. Denn KI kann einige Dinge, die zu dem Alltagsgeschäft vieler Agenturen gehören, heute schon so gut, dass sich das Angebot von Kommunikations- und Marketingdienstleistern massiv wandelt. Ein „Weiter so“ ist nur auf eigenes Risiko und auf begrenzte Zeit möglich.

Agenturen werden zwangsläufig deutlich mehr technologische Expertise entwickeln oder aber, sich radikaler als zuvor der Kreativität verschreiben müssen. Die verlängerte Werkbank wird künftig die KI sein, das Alltagsgeschäft in großen Teilen automatisiert. Entweder man kann relevante Lösungen für genau dieses Szenario entwickeln oder aber man spezialisiert sich auf das, was Maschinen nur schwer lernen können – etwas tun, das es vorher so noch nicht gab.

Wir bei Weber Shandwick in Deutschland verfolgen beide Wege: Mit James Nester haben wir einen hochdekorierten Kollegen für die Kreation am Standort gewinnen können. Mit der Gründung der Global Intelligence Unit haben wir uns aber auch im Analytics-Bereich erfolgreich neu aufgestellt und entwickeln da, wo es sinnvoll ist, eigene maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden. Beides hilft uns, die größten geschäftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen anzugehen, bei denen Unternehmen und Organisationen zurecht Beratung von außen verlangen.

 

Einen kurzen Video-Zusammenschnitt von Julian Lambertins Vortrag zum Thema „Marketing im Zeitalter von KI“ auf dem 17. Agenturgipfel gibt es hier.

 

 


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