#TalkNerdyToMe: Was ist das Internet of Behaviour?

#TalkNerdyToMe: Was ist das Internet of Behaviour?

Sagt dir der Begriff Internet of Things (kurz IoT) etwas? Das IoT, oder übersetzt das Internet der Dinge, gilt als Sammelbezeichnung für die Interkonnektivität von Gegenständen. Inter… was? Das heißt, dass deine persönlichen Geräte im Alltag, wie Smartwatch, SmartTV oder Smartphone durch eine jeweils eigene Adresse einen eigenen Platz im Netzwerk haben und dadurch miteinander vernetzt sind. So entsteht eine Art elektronische Intelligenz, die Geräte dazu befähigt, von ganz allein Prozesse auszuführen.

Das Internet of Behaviour (kurz IoB) könnte man mit diesem Vorwissen als Weiterentwicklung dessen betrachten. Der Begriff Internet of Behaviour kann mit Internet der Verhaltensweisen übersetzt werden. Es kombiniert die Bereiche Technologie, Datenanalytik und Verhaltenswissenschaft. Während beim IoT smarte Geräte deines Alltags Daten über Nutzung oder Umgebung sammeln, will das IoB die gesammelten Daten im nächsten Schritt nutzen und auswerten.

Dazu zählen Daten, die aus vielen verschiedenen Quellen zusammenlaufen: Kommerzielle Kundendaten, Bürgerdaten öffentlicher und staatlicher Stellen, soziale Medien, Gesichtserkennungssoftware, Standortverfolgung und vieles mehr.

Gartner, Anbieter für Marktforschungsergebnisse und Analysen über die Entwicklungen in der IT, stellte das IoB sogar auf die Liste der Top Technologie Trends für 2021. Gartner geht davon aus, dass bis 2025 die Hälfte der Weltbevölkerung von IoB erfasst sein wird – sei es staatlicher oder kommerzieller Herkunft.

 

Doch wozu werden diese Nutzerinformationen benötigt?

Gesammelte Daten intelligenter Geräte werden analysiert, um das Verhalten von Nutzer:innen zu verstehen oder sogar zu beeinflussen. Vor allem Bereiche wie Vertrieb, Marketing und Entwicklung können mit Hilfe des IoB Verhaltensweisen evaluieren, um damit Vorhersagen zu treffen und entsprechend angepasste, neue Strategien und Produkte zu entwickeln. Häufig werden die Daten auch dazu genutzt, um ausgehend von unseren Suchanfragen oder Nutzungsweisen personalisierte Werbung zu erstellen, die unser Konsumverhalten fördert und die Kaufkraft verbessert.

Anwendungsbeispiele solcher Art gibt es unzählige: Messungen des Fahrverhaltens können beispielsweise helfen, Motoren und Sicherheitsstandards von Automobilherstellern zu verbessern. Versicherungen können Daten über den Fahrstil von Kund:innen verwenden und über ein Prämiensystem dazu motivieren, sicherer zu fahren. Diese Anwendungen können uns aber auch dazu bringen Strom zu sparen, gesünder zu leben oder besser zu lernen.

Für die Zukunft sind natürlich noch keine Grenzen gesetzt. Die Corona-Pandemie ist ein gutes Beispiel dafür. Sensoren oder RFID-Chips könnten beispielsweise helfen, eine korrekte Handhygiene zu überprüfen. Eine Gesichtserkennungssoftware könnte dazu beitragen, das richtige Tragen eines Mund-Nasenschutzes zu kontrollieren.

Im besten Fall werden unsere Daten, die durch verschiedene Aktivitäten im Netz und durch smarte Geräte gesammelt und anschließend verwertet werden, für personalisierte Angebote, mehr Sicherheit oder eine verbesserte Umwelt eingesetzt.

 

Welche Rolle spielt Datenschutz?

Die Sammlung und Nutzung dieser Daten hat natürlich nicht nur Vorteile. Gerade bei personenbezogenen Daten besteht immer auch ein Risiko des Missbrauchs. Da die Datensicherheit in Deutschland allerdings eine große Rolle spielt, ist das Risiko hier deutlich geringer. Global betrachtet sollen laut Gartner weltweite Datenschutzgesetze für Schutz und Privatsphäre sorgen und Privatpersonen vor Datenmissbrauch bewahren. In Zukunft sollte dieses Thema aber trotzdem weiter beobachtet werden, um die Sicherheit des IoB zu bewahren.

 

Du outest dich außerdem als Nerd, wenn du…

…nur noch smarte Geräte zu Hause hast und dein Kühlschrank deinem Wecker sagt, wann du Hunger hast und aufstehen sollst!