Die Digitalisierung und ihre Trolls

Die Digitalisierung und ihre Trolls

Die Digitalisierung hat der Menschheit eine Unmenge an Vorteilen gebracht. Vor zwanzig Jahren hätte man sich unseren Alltag, so wie er heute stattfindet, überhaupt nicht vorstellen können. Mit Grundschulfreunden in Kontakt zu bleiben, ist dank Facebook Freundschaften kein Problem mehr; Dating bedeutet heutzutage auf dem Smartphone entweder nach rechts oder nach links zu wischen und Politik wird auf Twitter geführt. Da würde selbst Marty McFly meinen, die Welt steht Kopf. Doch natürlich ist in den letzten Jahren noch viel mehr geschehen. Unser Leben hat sich stark verlagert und einen Großteil des Tages verbringt ein jeder von uns damit sich mit seinem Smartphone zu beschäftigen. Mehr als hundert Mal pro Tag widmen wir uns unseren mobilen Freunden und starren auf den Bildschirm. Nicht verwunderlich, da sich fast unser ganzes Leben auf unserem Handy wiederfinden lässt. Ob man seine E-Mails prüft, Musik streamt oder in einer der vielen Messenger Apps den Kontakt zu Freunden pflegt, das Smartphone steht vielen bei allem zur Seite.

Doch überall, wo Licht ist, ist auch Schatten. Zum einen hat sich in den letzten Jahren der Gegentrend zur Digital Detox gebildet, um aktiv eine Auszeit aus der ständigen Erreichbarkeit zu bekommen und sich neben dem digitalen auch wieder dem realen Leben zu widmen. Zum anderen hat das Internet und die wachsende Gemeinschaft dahinter schon immer sogenannte Trolls stark angezogen. Früher bekannt aus Märchen und irgendwann auch aus Videospielen fühlen sie sich mittlerweile im World Wide Web am wohlsten und besiedeln diesen Ort wie keinen zweiten. Dabei lassen sie sich immer wieder neue Dinge einfallen, um die anderen Bewohner des Internets zu terrorisieren.

Wenn Trolle Trends schaffen

Einer dieser Trends, der in den USA bereits seit einiger Zeit existiert und nun nach Deutschland übersiedelt, nennt sich Swatting. Wie das Wort bereits herleiten lässt, verbirgt sich darin das Wort SWAT, also die taktische Spezialeinheit der Polizeibehörde in den USA. Die Bilder, die uns allen bei diesem Wort in den Kopf geschossen kommen, sind richtig, denn beim Swatting geht es darum, vorzugsweise Online Gamern, ein SWAT Team auf den Hals zu hetzen. Dabei wird natürlich stark darauf geachtet, dass der Nutzer auch gerade dabei ist eine Live Session abzuhalten, damit der degradierende Prozess auch in die ganze Welt hinausgestrahlt wird.

Die goldene Mitte finden

In einigen bekannten Fällen wird schnell klar, dass die Polizei mit dem Vorgehen der Internet Trolle nicht vertraut ist und dem Anschein nach nicht genügend Hintergrundwissen darüber besitzt, um in einem gesonderten Rahmen auf solche Trolle zu reagieren. Auch in der Politik lässt sich eine Ambivalenz im Umgang mit der Digitalisierung erkennen. Während manch ein Politiker wie Donald Trump gelernt hat Twitter als eine Sprachrohr zu nutzen und traditionelle Medien den Rücken zu kehren, ist er in der Lage die Nutzer auf einer persönlicheren und direkten Ebene anzusprechen. Das scheint den Leuten auch zu gefallen, dafür sprechen nicht nur die 22 Millionen Follower, die der neue Präsident der Vereinigten Staaten mittlerweile hat, sondern auch die direkte Auseinandersetzung der Twitter Community und Presse mit seinen Inhalten.

Im Gegensatz dazu steht Michael Müller, der Bürgermeister Berlins, der komplett auf die Präsenz auf sozialen Netzwerken verzichtet. Dabei wäre es für beide Parteien, sowohl Trump als auch Müller empfehlenswert, sich in die goldene Mitte zu bewegen. Ähnlich wie es vorbildhaft die Twitter Accounts der Polizei Berlin und München zeigen. Denn, hier wird zwar nur getwittert wenn es auch etwas zu verkünden gibt, dies aber auf eine Art und Weise, die Nutzer animiert sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen und informiert zu bleiben.

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