DMEXCO 2019 – Analoge Begegnungen und die Suche nach Authentizität

DMEXCO 2019 – Analoge Begegnungen und die Suche nach Authentizität

Vertrauen, VR, Audio und vor allem Authentizität – wenn es sich tatsächlich auf wenige Schlagworte herunterbrechen lässt, dann waren das sicherlich die großen Themen auf der DMEXCO 2019. Zwei Tage voller Meetings, Konferenzen und überfüllter Messehallen sind zu Ende. Und auch wenn es – wie immer – anstrengend und laut war, lautet das Fazit auch in diesem Jahr: Der Besuch hat sich gelohnt.

 

DMEXCO zwischen Virtualität und persönlichem Austausch

Die DMEXCO steht seit jeher immer wieder in der Kritik. Trotzdem möchte ich den Besuch der Kölner Messehallen, die ja nur einen Katzensprung von unserem Büro entfernt sind, nicht missen. Denn trotz aller Vorteile, die uns die digitale Konnektivität bietet, finde ich an der DMEXCO eines besonders toll: den persönlichen Austausch. So hat es mich sehr gefreut, ehemalige Kollegen wiederzutreffen und unsere Ansprechpartner bei den großen sozialen Netzwerken auch mal Face-to-face kennenzulernen. Die großen Netzwerke waren in Halle 6 versammelt und haben diese gemeinsam mit Google und Adobe meiner Meinung nach zur attraktivsten Halle der Messe gemacht. Toll fand ich auch den Future Park in Halle 9, wo ich viele spannende Gespräche mit kleineren Agenturen geführt habe.

 

Authentizität in Brands und Unternehmen

Auffallend: Obwohl der Anteil der weiblichen Speaker dieses Jahr so hoch war wie nie, waren die Männer bei der DMEXCO eindeutig in der Überzahl. Ladies, wo seid ihr? Wir brauchen euch! Allgemein geht die Konferenz mit ihren zahlreichen Seminaren und Vorträgen neben der Messe ein wenig unter, weil die Veranstaltungsräume sehr weit verteilt sind – und es ging verdammt ernst zu auf den Bühnen. Mein kleiner #Fangirlmoment war deshalb, als Charlotte Roche sich strahlend und energiegeladen mit Maureen Traynor, Head of Business Operations bei Spotify, über ihren Podcast unterhalten und ein wenig Humor und Emotion in die Veranstaltung gebracht hat. Die Audioformate transportieren Emotionen über die Kopfhörer im Ohr direkt in unser Herz, sagt Roche.

Wo Roche in ihrem Podcast so authentisch ist, dass man als Zuhörer manchmal gar nicht mehr weiß, ob die besprochenen Themen wirklich für fremde Ohren bestimmt sind, ringen viele Marken noch um ihre Positionierung. So betonten Mark D‘Arcy von Facebook und Ogilvy Chefstrategin Isabelle Schnellbügel, wie wichtig es ist, als Marke den eigenen Brand Purpose zu kennen und zu kommunizieren, um Vertrauen entstehen zu lassen. Facebook dürfte selbst am besten wissen, dass dazu doch noch ein wenig mehr gehört.

 

Wenn die Digitalwirtschaft offline geht

Und auch TikTok und Otto sprechen viel über Authentizität, als sie die Otto-Jubiläumskampagne #MachDichzumOtto vorstellen. Generation Z war begeistert und steuerte eine Menge authentischer „Geburtstags-Videos“ bei. Eine Erklärung, wie das letztendlich auf die Marke einzahlt, blieb der TikTok-Manager zwar schuldig, aber dennoch ist es spannend zu sehen, wie Marken beginnen mit dem jungen Netzwerk zu experimentieren.

Die DMEXCO zeigt, dass eine Mischung aus echten Begegnungen mit Kunden und dem sinnvollen Nutzen digitaler Tools wichtig ist, um Vertrauen aufzubauen – auch in der Digitalwirtschaft. Da ist es doch ganz passend, dass mit ArtNight ausgerechnet ein Unternehmen den SevenVentures Pitch gewonnen hat, welches die Menschen zwar im Netz abholt, sie dann aber ganz analog zusammenbringt – zu Workshops im Malen, Basteln und Werkeln.