5 Fragen zum Thema Kreativität in der Agentur

5 Fragen zum Thema Kreativität in der Agentur

kreativ-konzepterAnna Simon ist seit 2015 als Kreativ-Konzepterin am Kölner Standort von Weber Shandwick tätig. Ihre thematische Bandbreite bringt sie aus ihren vorigen Stationen bei der Live-Kommunikationsagentur facts and fiction Berlin und der Werbeagentur DDB in Düsseldorf mit und setzt diese nun gewinnbringend für fast alle unserer Kunden standortübergreifend ein.

 

In 5 Fragen erklärt Anna, wie sie auf ihre Ideen kommt, was sie von Kreativ-Techniken hält und wie kreatives Arbeiten bei Weber Shandwick aussieht.*

 

Was ist dein persönliches Verständnis von Kreativität.

Das Wort Kreativität leitet sich vom lateinischen creare ab, was so viel bedeutet wie neu schöpfen, erfinden oder erzeugen. Demnach wäre alles Kreative originell und neu. Für die Arbeit in der PR wäre es natürlich vermessen zu sagen, dass alles, was wir machen, ungesehen und komplett neu ist. Ich denke das Neue braucht einen Kontext. Den Kontext des Kunden in dem Fall. Eine komplett neue Lösung oder gar ein neues Produkt – das wäre das Ideal. Für die tägliche Arbeit in der Kommunikation reicht es aber auch manchmal, wenn eine Idee neu für den Kunden oder neu im Segment des Kunden ist.

 

Wie bist Du persönlich kreativ, wie kommst Du auf Ideen?

Für mich geht es um den neuen und ungewöhnlichen Blick auf ein Problem, ein Briefing. Etwas Gewohntes ungewohnt darstellen, Zielgruppen einen neuen Blick auf eine Sache zu ermöglichen, ein Produkt oder einen Service in einen neuen Kontext zu bringen und darauf aufbauend eine Geschichte zu erzählen – das ist mein Ziel bei jedem Projekt, das bei mir auf dem Tisch landet.

 

Kannst Du das noch ein wenig mehr ausführen? Was hilft Dir, diese neuen Blickwinkel zu finden?

Ich bin persönlich nicht so ein Freund von Kreativtechniken, falls das gemeint ist. Da gibt es natürlich eine ganze Menge. Jeder muss für sich herausbekommen, ob einem so etwas hilft oder nicht. Ich persönlich gehe ganz assoziativ an Aufgaben heran. Das ist aber auch persönlichkeitsabhängig. Ich denke, es ist wichtig, sich in allen Bereichen des Lebens ein wenig auszukennen, offen zu sein für alle Einflüsse. Da gehört auch Fleiß dazu. Was bewegt die Gesellschaft gerade? Was ist in den Bereichen Kino, Kunst, Architektur, Reisen etc. angesagt? Was tut sich in der digitalen Welt? Und natürlich: Was sind die Trends unserer eigenen Branche? Verbunden mit einem menschlichen und wahren Insight zur Zielgruppe findet man da schnell eine Basis für eine Kampagne.

 

Welchen Stellenwert nimmt Kreativität bei Weber Shandwick ein?

Einen Großen. Kreativität ist ein Aushängeschild für jede Agentur – ob innerhalb der Branche oder zum Kunden hin. Bei Weber Shandwick Deutschland gibt es wenig reine Kreative, jedoch arbeiten eigentlich alle kreativ – Vom Designer über den Video Producer, bis hin zum klassischen PR-Berater. Weber Shandwick bietet unglaublich viele Möglichkeiten, sich kreativ einzubringen und weiterzuentwickeln. Da gibt es beispielsweise regelmäßige Webinare zu allen möglichen Themen, wöchentliche Formate bei dem aktuelle Best-Practices vorgestellt werden und standort-übergreifende Brainstormings zu immer wechselnden Themen, an denen alle kreativ-affinen Mitarbeiter teilnehmen können.

 

Wie läuft der kreative Prozess üblicherweise bei Weber Shandwick ab?

Wir starten die kreative Arbeit oft mit einem Brainstorming, bei dem ein gemischtes Team, bestehend aus Beratern, Designern und Konzeptern, zusammen eine kreative Marschroute festlegt und einfach einmal drauflos denkt. Basis für diese initialen Brainstormings sind ein gutes Briefing und im Idealfall schon ein starker Insight, also ein kreatives Sprungbrett, auf dem alles Weitere aufbaut. Das Brainstorming an sich funktioniert meist eher assoziativ, hier und da leitet der Berater oder Konzepter das Team ein wenig an und strukturiert die Ideen schon während des Meetings.

Nach dem Brainstorming macht jeder dann in seinem jeweiligen Spezialgebiet weiter. Bei mir wäre das dann das Festlegen kreativer Routen, die wir dem Kunden vorschlagen würden sowie die Aufbereitung der Ideen in Form einer Präsentation. Damit die am Ende perfekt wird, sind wieder die einzelnen Bausteine der Experten gefragt. Und dann geht es mit einer schönen, runden Präsentation auf zum Kunden.

 

 

Die Fragen an Anna Simon wurden inspiriert durch ein Interview mit Sebastian Poljak, das er im Rahmen seiner Masterarbeit zum Thema Kreativitätsmanagement führte. Sebastian Poljak studiert Communication Management an der Universität Leipzig. Nach Praktikumsaufenthalten bei Audi, Voith, achtung! und verschiedenen Regional- und Lokalzeitungen bereitet er sich im Augenblick auf den Berufseinstieg in der Kommunikationsbranche vor.

 

Bild Credits: von Poison_Ivy under Creative Commons Zero Licence, via pixabay.com