Wie Unternehmen auf LinkedIn zu Talentmagneten werden

Wie Unternehmen auf LinkedIn zu Talentmagneten werden

Authentisch, anziehend, attraktiv. Arbeitgebermarken sollen die besten Mitarbeiter gewinnen, binden und halten. Für ihren Aufbau ist LinkedIn eine wertvolle Plattform, die Unternehmen die Chance bietet, die Kultur für potentielle und bestehende Mitarbeiter erlebbar zu machen. Die Herausforderung: Vertrauen schaffen. Die Lösung: ehrliche Einblicke geben.

 

Die Lücke zwischen dem Versprechen und Erleben

Nur 19 Prozent der Mitarbeiter erleben ihren Arbeitsalltag so, wie es ihnen vorher versprochen wurde. Dies belegt die Studie von KRC Research und Weber Shandwick „The Employer Brand Credibility Gap: Bridging the Divide“. Im Umkehrschluss bedeutet das: Unternehmen werden als Arbeitgeber wenig vertrauenswürdig wahrgenommen, wenn eine Lücke zwischen Versprochenem und Erlebtem besteht. Sich aber authentisch darzustellen, hat ein riesiges Potenzial: 76 Prozent der Mitarbeiter, die das Versprochene tatsächlich erleben, empfehlen ihr Unternehmen als Arbeitgeber weiter und werden folglich zum glaubwürdigsten Unternehmenssprecher.

 

Vom Blender zur Brand: Aufbau einer authentischen Unternehmensseite auf LinkedIn

Auf LinkedIn haben Arbeitgeber die Möglichkeit, eine Unternehmensseite mit integrierter Karriereseite zu erstellen, um ihr Versprechen an die Mitarbeiter (die Employer Value Proposition) zum Leben zu erwecken und authentische Einblicke in das Unternehmen zu geben.

 

Das Warm-Up: Über uns

Hier stellt sich das Unternehmen vor. In den Fließtext gehören die klar und prägnant formulierte Vision und Mission sowie die Werte, für die das Unternehmen steht. Darunter geben der Link zur Homepage, die Branche, Größe, der Hauptsitz, Unternehmenstyp, das Gründungsdatum und die Standorte weitere Auskunft, mit wem es potentielle Arbeitnehmer zu tun haben.

Das Angebot: Jobs

Unter diesem Menüpunkt können Unternehmen ihre aktuellen Stellenanzeigen veröffentlichen und so Interessenten zu vakanten Stellen lotsen. Hier besteht die Chance, die Anreize in den Stellenanzeigen selbst hervorzuheben, die das Unternehmen ihren Mitarbeitern bietet. Leider tut das bisher nur jedes vierte Unternehmen, obwohl gebotene Benefits die Attraktivität eines Arbeitgebers steigern können.

Das Herz: Unternehmenskultur

Hier liegt das Herzstück der Karriereseite, das ein Unternehmen für potentielle Arbeitnehmer auf unterschiedliche Art und Weise erlebbar macht:

  • Entdecken Sie XY: Interessenten können auf Entdeckungsreisen gehen, indem das Unternehmen unterschiedliche Bereiche vorstellt und zum Beispiel Blicke hinter die Kulissen gibt oder die Standorte/Arbeitsfelder und deren Besonderheiten zeigt.
  • Firmenfotos: Hier können Fotos eingebunden werden, die Einblicke in das Arbeiten geben. Empfehlenswert sind Bilder von Mitarbeitern an Hotspots des Unternehmens wie Lounges, Cafeterien oder Erholungsflächen. Wichtig ist, dass sie glaubwürdig und nicht wie Hochglanzwerbefotos erscheinen, indem sie echte Mitarbeiter in ihrem normalen Arbeitsalltag zeigen.
  • Mitarbeiterperspektiven: Ein wichtiger Pfad, der direkt zur glaubwürdigsten Quelle eines Unternehmens führt, den Mitarbeitern. Die aktuelle Studie „Employee Activism in the Age of Purpose: Employees (UP)Rising“ von Weber Shandwick und KRC Research zeigt, dass vier von zehn Mitarbeitern als Employee Activists auftreten und ihre Meinung über ihren Arbeitgeber teilen. Hier besteht die Möglichkeit, LinkedIn-Artikel von Mitarbeitern zu verlinken, die positive Einblicke in die Unternehmenskultur geben.

Das Netzwerk: Personen

An dieser Stelle werden die Mitarbeiterprofile eingebunden, die mit dem Unternehmen vernetzt sind. Auf diese Weise können Interessenten nach Mitarbeitern über die Position, den Standort oder die Ausbildung suchen. Es ist ratsam, den Mitarbeitern die Bedeutung des Netzwerkgedankens zu vermitteln, damit sie ihre Profile mit ihrem Arbeitgeber verknüpfen.

Der Spiegel: Artikel und Posts

Über Artikel und Posts auf LinkedIn können sich Unternehmen als attraktiver Arbeitsgeber positionieren und ihre Stellung als Thought Leader in ihrem Markt unterstreichen. Mehrwert ist hier das Schlüsselwort. Den bieten exklusive Einblicke in die Branche, Reaktionen auf Beiträge anderer Meinungsführer sowie Meinungsäußerungen zu aktuellen Entwicklungen in der Branche sowie in Politik und Gesellschaft.

 

LinkedIn ist und bleibt ein Kanal: Das wahre Leben zählt

LinkedIn ist ein Kanal für den Aufbau einer authentischen Arbeitgebermarke. Doch selbst wenn es ein Unternehmen geschafft hat, sich als bekannter guter Arbeitgeber auf LinkedIn zu positionieren, gilt: Das echte Leben zählt. Nur wenn Mitarbeiter tatsächlich das erleben, was ihnen versprochen wurde und wird, vertrauen sie ihrem Arbeitgeber. Auf dieser Basis kann eine emotionale Bindung erst wachsen, die wiederrum essentiell dafür ist, dass Arbeitnehmer als Fürsprecher agieren und ihren Arbeitgeber weiterempfehlen – sei es im wahren Leben oder in den sozialen Medien. Um das Vertrauen und den Zuspruch potentieller und aktueller Arbeitnehmer zu gewinnen, bedarf es daher einer langfristig gedachten Kommunikations- und Engagement-Strategie, um die Lücke zwischen Arbeitgeberversprechen und Arbeitnehmererlebnis zu schließen oder gar nicht erst aufklaffen zu lassen.

 

Bild-Credit: Photo by Ian Schneider On Unsplash.com