Digitale Politik: Social Media als Wahl-O-Mat

Digitale Politik: Social Media als Wahl-O-Mat

Junge Menschen dort erreichen, wo sie sind. Das ist nicht nur für Unternehmen ein Ziel, sondern auch für die Politik. Junge Menschen zum Wählen kriegen, ihnen die Parteimitglieder nahe bringen und die Politiker vermenschlichen.

Twitter, Facebook & Co.

Schon seit längerem finden immer mehr Politiker ihren Weg in die sozialen Medien. Facebook ist dabei zu einem Muss geworden, Twitter ist ein kleines Extra und Instagram ist für die extrovertierten Kandidaten. Die konstante Nutzung und Veröffentlichung von Beiträgen ist dabei eine ganz andere Sache.

Während die Anzahl an Social Media Profilen in den letzten Jahren stark angestiegen ist, bleibt die konstante Nutzung des Profils niedrig. Im internationalen Vergleich ist die aktive Nutzung von Social Media Profilen allerdings immer noch relativ niedrig. Auch wenn man zugegebenermaßen nicht unbedingt die Richtung eines Twitter-Präsidenten eingehen muss. Nichtsdestotrotz sollte man die Chancen, die soziale Netzwerke bieten, hierzulande stärker ausnutzen als es bis dato der Fall ist.

Reichweite & Aufmerksamkeit

Ein Beispiel hierfür ist, das erst kürzlich stattgefundene Youtube-Interview mit der Bundeskanzlerin. Hier sind dabei vier wichtige Faktoren zusammengefallen. Zum einen hat man die Reichweite von 4 großen deutschen Influencern genutzt, die hauptsächlich auf Youtube agieren. Daneben konnte man durch die große Reichweite der Plattform Youtube weitere junge Nutzer erreichen. Zum anderen hatte man mit der Bundeskanzlerin einen prominenten Interview-Partner, der sich zudem auf einem untypischen Gebiet gezeigt hat. Auf einer Plattform, auf der von Beautytipps bis hin zu Videotagebüchern alles zu finden ist. Eben auf einer Plattform für jedermann.

Durch die Entscheidung, dieses Event als Livestream stattfinden zu lassen, konnte man zudem die Reichweite um ein weiteres erhöhen bzw. die Aufmerksamkeit steigern, da Live-Übertragungen auf den sozialen Netzwerken immer noch einen bevorzugten Charakter haben. Eines hat das Interview damit definitiv erreichen können: Aufmerksamkeit gab es hier von allen Seiten.

Apps mal anders

Doch auch neben Youtube bieten sich viele Chancen, auf Plattformen und Apps, die sich für die Politik öffnen. So haben Nutzer der Musikstreaming-App Deezer die Möglichkeit, ihren Musikgeschmack auf ihre politische Richtung auswerten zu lassen. Auch wenn die Ergebnisse dabei vielleicht keinen hieb- und stichfesten wissenschaftlichen Hintergrund haben, so erreicht man damit doch eins: junge Nutzer für die Politik und verschiedene Parteien zu sensibilisieren. In Zeiten von Kurz-Updates in Form von einem Status auf Facebook oder einem Tweet auf Twitter, sind junge Nutzer heute stark daran gewohnt, Nachrichten kurz und kompakt zu konsumieren. Einen Jungen Nutzer dabei dazu zu bringen, sich für das gesamte Wahlprogramm einer Partei zu interessieren, wird dabei immer schwieriger.

Nach dem Beispiel USA

Daher ist es umso wichtiger, die Nutzer dort zu erreichen, wo sie sich ohnehin befinden. So z. B. auch bei der Dating-App Tinder. Diese wurde bereits 2015 für Kampagnen innerhalb des US-Wahlkampfs genutzt und findet nun auch ihren Weg in die deutschen Wahlen.

Doch auch, wenn die Potenziale sozialer Medien langsam von Beratern und Politikern erkannt und genutzt werden, gilt auch hier das Prinzip der Nachhaltigkeit. Denn ohne eine beständige Pflege der Social-Media-Profile bleibt eine langwährende Beziehung zu jungen Nutzern unwahrscheinlich. Auch wenn sich kurzfristige Kampagnen eignen, um für eine aktuelle Wahl zu sensibilisieren, sollte es in der Politik sowie für Unternehmen dennoch gelten, eine langfristige Beziehung zu den Nutzern aufbauen zu wollen.

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