Wie verändert die Sprachsuche SEO?

Wie verändert die Sprachsuche SEO?

Heute hat jedes Smartphone oder Tablet bereits die Funktion, auf gesprochene Anweisungen zu reagieren. Nachdem Google 2016 dann auch noch bekannt gab, dass bereits 20% der Online Anfragen über Sprachassistenten erfolgen, war spätestens klar: Die Sprachsuche über das Handy wird immer wichtiger. Doch wie verändert die Sprachsuche SEO und wie sollten Unternehmen ihre Internetpräsenz dementsprechend verändern?

Siri, Cortana und Co.

Die Sprachsuche im englischen auch „Voice Search“ genannt, wurde 2011 erstmals nur für Google eingeführt. Mittlerweile gibt viele verschiedene Sprachassistenten, wie Amazons Alexa, Apples Siri, Googles Now und Microsofts Cortana, die den Markt bestimmen. Dabei ist die Suche nicht unbedingt auf das Smartphone beschränkt, immer beliebter werden auch Sound-Geräte, die sich, ausgestattet mit Mikrophon und Lautsprecher, durch Ansprechen bedienen lassen. Während die Sprachassistenten zuhause auch gerne für die Bedienung anderer Geräte und Einkäufe genutzt werden, dient die Sprachsuche auf dem Handy vor allem der schnellen Informationsbeschaffung. Hier lässt sich die Sprachsuche, beispielsweise bei Google durch „Ok Google…“ starten und so Routen planen, Öffnungszeiten erfragen und vieles mehr. Aufgrund ihrer einfache Bedienung nutzen sie immer mehr Menschen. In der logischen Konsquenz verändert die Sprachsuche SEO.

Wer, Wie, Was – Auf Fragen komm es an

Die Sprachsuche vereinfacht die Suche für Nutzer ungemein. Es ist kein Eintippen mehr notwendig ist, stattdessen lassen sich direkt Fragen an die Sprachassistenten formulieren. Hier liegt allerdings auch schon der erste große Unterschied für SEO: Die Suchanfragen bestehen nun nicht mehr aus einzelnen Keywords. Ein Beispiel: Der Nutzer gibt nicht mehr „Hauptstadt Argentinien“ ein, sondern „Was ist die Hauptstadt von Argentinien“. Die Spracherkennung hat somit die komplexe Aufgabe, Zusammenhänge zu entschlüsseln. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie den Nutzern Content bieten müssen, der eben genau diese Fragen beantwortet. In einem ersten Schritt sollten die Seiteninhalte auf Nutzerfragen hin optimiert werden. Ein nützliches Tool, das Keywords und ihre Verknüpfung mit Fragen abbildet ist beispielsweise answerthepublic.com. Zudem lohnt es sich die FAQ-Inhalte noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Denn hier werden Antworten zum Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen gegeben. Durch Absprache mit einem Kundendienst beispielsweise ist es möglich, hier noch mehr wichtige Fragen aufzunehmen. Gleichzeitig sollten sich auch Bloginhalte stärker an den W-Fragen orientieren und auf diese Antworten geben.

Auf den Long Tail setzen

Die dialogorientiert Suche bedeutet natürlich auch, dass der Fokus bei der Optimierung auf semantisch klingende Sätze und Long Tail Keywords liegt. Long Tail Keywords sind Wortkombinationen oder Sätze, die aus zwei bis fünf Keywords bestehen. Durch das Formulieren von Fragen erhöht sich das Potential dieser Keywords enorm. Die Idee, Long Tail Keywords verstärkt zu verwenden, ist jedoch nicht neu, schließlich bestehen bereits 70% aller Suchanfragen aus Long Tail Keywords.

Die Zukunft ist mobil

Rund um den Globus werden Mobiltelefone immer wichtiger. Die steigenden Zahlen der Sprachsuche unterstreichen die Bedeutung von Smartphones nur noch. Unternehmen sollten also ihre Webseiten für mobile Endgeräte optimieren. Dabei ist vor allem eine Mobile Version einer Website für Unternehmen unverzichtbar, aber auch an anderer Stelle lassen sich Seiten für die Sprachsuche SEO-optimieren. Beispielsweise sollte bei Bildern auf eine entsprechende Auflösung geachtet und die Ladezeit der Seiten minimiert werden.

Lokalbasierter Content

Öffnungszeiten, Entfernungen und  Empfehlungen in der Nähe gehören zu den häufigsten Suchanfragen über die Sprachsuche. Aufgrund dieser schnelle Informationsbeschaffung wird Local SEO immer wichtiger. Um bei Google auf den ersten Seiten angezeigt zu werden, sollten Unternehmen ihre Seiten also hinsichtlich Local SEO optimieren. Das bedeutet in erster Linie ein Profil bei My Business auf Google zu erstellen. Ist ein Unternehmen hier vertreten, so wird es dem Nutzer direkt in der Google Business List angezeigt. Unternehmen sind für den Nutzer dort übersichtlich angezeigt und vor allem sehr einfach zu erreichen. Der Kunde hat beispielsweise die Möglichkeit das Unternehmen direkt anzurufen. Durch die Lokalfokussierung werden jedoch auch Bewertungen immer wichtiger, denn die Bewertungen werden direkt mit angezeigt. Unternehmen sollten bei negativen Bewertungen aktiv auf den Kunden zugehen und ihn somit zu einer Überarbeitung der Bewertung motivieren.

Webseiten für die Sprachsuche SEO-optimieren

Beim Thema Suchmaschinenoptimierung haben Unternehmen die Aufgabe herauszufinden, was der Kunde möchte. Die direkten und dialogorientierten Anfragen über Sprachsuche helfen ungemein, dieses Problem zu bewältigen. Das ist für Unternehmen eine große Chance. Allerdings muss im nächsten Schritt auch eine Anpassung der Webseite auf die neuen Anforderungen erfolgen, sonst verschwindet man bei Google schnell zwischen den ganzen Datenmengen. Die Sprachsuche wird SEO in den nächsten Jahren jedenfalls noch stark beeinflussen, weswegen man sich jetzt schon auf die Veränderung einstellen sollte.

 

Bild Credits: von Kaufdex under Creative Commons Zero Licence, via pixabay.com