#talknerdytome – Big Data oder: unvorstellbar viele Daten

#talknerdytome – Big Data oder: unvorstellbar viele Daten

In unserer Blogreihe „Talk Nerdy To Me“ beweist das Tech-Team von Weber Shandwick in regelmäßigen Abständen, wie viel Expertise in ihnen steckt. Automotive, KI, Chatbots, Lidar, Blockchain und Co. sind für unsere Techies schon längst keine Fremdbegriffe mehr, sondern gehören zum alltäglichen Wortschatz. Hier klären sie auf.

 

Was Daten sind, wofür wir sie nutzen und warum es ohne nicht mehr geht

 

Der Begriff „Big Data“, den wir aus dem Englischen geliehen haben, ist vor allem eines: eine riesige Untertreibung. Big Data ist nämlich inzwischen so big, dass wir uns die Ausmaße kaum noch vorstellen können. Klar kann ich euch jetzt sagen, dass wir laut IDC-Schätzung 2025 jährlich 175 Zettabyte an Daten produzieren werden. Aber wieviel ist das? Da ein Fußballfeld-Größenvergleich hier kaum Sinn machen würde, nur so viel: Es ist wirklich verdammt viel. So viel, dass es mehrere Millionen Jahre dauern würde, um diese Daten mit einer normalen Bandbreite herunterzuladen. Wie viele Daten im Moment täglich produziert werden, seht ihr in der „Data Never Sleeps“-Infografik.

 

Datenquelle Mensch

 

Daten sind Zahlen oder, etwas breiter gesprochen, Informationen. Daten gab es schon immer, jedoch nutzen wir sie in unserer digitalen Welt noch intensiver als etwa vor 50 Jahren. Heute sind alle möglichen Daten nutzbar und somit wertvoll. Sie können verkauft werden, oder ein Produkt, einen Service oder eine Diagnostik verbessern. Von Fotos oder aus dem Fernsehen kennen wir Daten als wirre, grüne Zahlenreihen auf schwarzem Grund, Neo und Morpheus lassen grüßen. Wir sprechen von Datenströmen, weil sie fließen und ständig neue Daten generiert werden. Sie bleiben nicht stehen, sondern liefern immer neue Informationen. Die Quelle vieler Daten ist der „Homo Digitalis“.

Der Mensch produziert Daten, wo er geht (Standort-Daten vom Handy) und steht (Websites messen, wo sich dein Cursor befindet). Beim Sitzen (die Müdigkeitserkennung moderner Autos prüft das Blickverhalten der Augen und weiß so, wie müde der Fahrer ist) oder Schlafen (Fitness-Tracking-Armbänder messen den Puls – auch im Schlaf).

Viele der Technologien, mit denen wir täglich in Berührung kommen, sammeln Daten und generieren neue. Der Mensch ist aber nicht der alleinige Produzent von Big Data, sondern Datenlieferant kann im Prinzip alles sein: Tiere, Bücher, Häuser, Autos, Straßen, Kabel, Fabriken, und ganze Städte – die sog. Smart Cities – produzieren Daten, die analysiert werden.

 

Dark Data und die Frage: Sitzt jedes Unternehmen auf einem Daten-Schatz?

 

Die riesige Menge an Daten, die wir täglich produzieren, führt auch dazu, dass es Daten gibt, die buchstäblich im Dunkeln liegen, sogenannte Dark Data. Im Prinzip sind das all die alten Fotos und Dateien, die irgendwo auf eurer Festplatte herumliegen und von denen ihr schon gar nicht mehr wisst, dass ihr sie habt.

Während Dark Data auf eurem privaten PC kein so großes Problem darstellen, werden sie für Unternehmen mehr und mehr zu einer Herausforderung. Abgesehen davon, dass sie viel Platz und Rechenpower brauchen, ist ihr Wert völlig ungeklärt. Sie können schlicht unnütz sein, potentiell gefährlich oder aber – im besten Fall – sehr wertvoll. Diese Daten müssen erstmal aufwendig erschlossen und analysiert werden, bevor man sie löschen oder nutzen kann.

Big Data und im Besonderen Dark Data haben auch mit Nachhaltigkeit zu tun, denn: Daten zu produzieren, sie zu speichern und dann abzurufen ist sehr energieintensiv. Wer an Big Data denkt, muss inzwischen also auch an den CO2-Abdruck denken.

 

Gute Daten, böse Daten oder warum es darum gar nicht geht

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Daten 2016 als „Rohstoffe des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. Hat sie damit Recht? Wenn man an die riesige Menge an datenbasierten Technologien um uns herum denkt, schon. Ein Rohstoff ist zunächst aber ein neutrales Gut, erst wie der Mensch ihn einsetzt, hat positive oder negative Folgen.

Denken wir z.B. an das Zuckerrohr: Es ist erst mal eine Grassorte. Diese kann zu Zucker, Schnaps, Futtermittel in Form von Melasse und neuerdings sogar Verpackungsmaterial werden. Der Rohstoff Zuckerrohr ist historisch aber auch mit Sklaverei und der Ausbeutung von Kolonien verbunden.

Was lernen wir daraus? Auch beim Rohstoff Daten kommt es darauf an, wie man sie einsetzt: Aus Science-Fiction-Filmen kennt man die dystopische Idee des „gläsernen Menschen“, dessen Daten komplett offengelegt und monetarisiert sind. Aktuell steht die Technologie noch am Anfang, entwickelt sich aber sehr schnell weiter. Wir erleben schon jetzt die Macht der Daten, ihre positiven und negativen Auswirkungen auf unser Leben.

Gerade deswegen ist es jetzt wichtig, dass wir uns alle für das Thema Daten interessieren. Denn jetzt können wir als Gesellschaft – zusammen mit Unternehmen und Politik – die Möglichkeiten und Grenzen der Technologie ausloten und festlegen. Die wichtigste Frage ist hier: In was für einer Welt wollen wir leben? Denn eines ist sicher: Eine Welt ohne Big Data wird es nicht mehr geben. Jetzt kommt es auf uns an, zu bestimmen, wie wir darin leben wollen.

 

DU OUTEST DICH ALS NERD WENN DU …

 

weißt, dass ein Datum selten allein kommt. Klingt komisch? Wir nutzen den Begriff „Daten“ tatsächlich nur im Plural, es gibt aber auch einen Singular: Datum. Da man aber selten von nur einem Datenpunkt spricht, wird nur der Plural genutzt. Datum steht jedoch nicht nur für eine Zeitangabe, sondern laut Duden auch für ein Fakt, eine Tatsache also. Und das sind Daten.

 


 

#TALKNERDYTOME

Fordere das Technology-Team heraus und schicke uns deinen ultimativen Nerd-Begriff. Wir erklären ihn dann in einem der nächsten Beiträge. Schick einfach eine E-Mail mit deinem Begriff an kontakt@webershandwick.com.

 

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Bild Credits: Banner – pexels.com