Google 2.0 – Mobile ist die Zukunft

Google 2.0 – Mobile ist die Zukunft
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Google kann sich in diesem Monat darüber freuen, dass es im BrandZ Ranking als wertvollstes Unternehmen der Welt eingeschätzt wurde und somit Wettbewerber Apple vom obersten Treppchen geschmissen hat. Doch Google wäre nicht Google, wenn das die einzige Neuigkeit wäre. Nachdem im letzten Monat die weltweit größte Suchmaschine ihr Anzeigenformat grundlegend änderte (nämlich indem die Anzeigen auf der rechten Seite komplett weggelassen wurden), sind in diesem Monat weitere Neuankündigungen dran.

Mobile First

Was sich bei der Strategie des Riesenkonzerns herausstellt, ist, dass wir in eine „Mobile“ gerichtete Zukunft blicken. Bei der Änderung der Zeichenbeschränkungen handelt es sich wohl um die bisher größte Änderung, die Google bisher vornahm. Online Marketer kennen den Fluch und Segen zugleich, innerhalb von 25 Zeichen für die Headline und zwei 35 Zeichen Description-Lines ihr Produkt zu bewerben und den User auf die eigene Seite zu lenken. In Zukunft werden einem hier nun mehr Freiheiten geboten. Statt nur einer Headline sind es in Zukunft zweimal 35 Zeichen, die man ausnutzen kann. Zudem kommt ein 80 Zeichen langer Beschreibungstext hinzu, der die vorherigen 2 x 35 ersetzen wird.

Damit hat man zukünftig die Möglichkeit etwas mehr auf das Produkt oder die Dienstleistung einzugehen. Vor allem im Versicherungsbereich werden sich die Anzeigenschreiber freuen, da hier Keywords wie „Private Haftpflichtversicherung“ mit 31 Zeichen schon fast eine komplette Zeile des Anzeigentextes eingenommen hat. Doch die Verlängerung des Anzeigeformats birgt natürlich auch einige Risiken. Zum Beispiel kann es nun auch vorkommen, dass nicht mehr nur die wichtigsten Infos vermittelt werden, sondern auch Füllwörter im Text landen, um die Zeichen voll auszunutzen.

Neues Format für bezahlte Anzeigen

Google geht an die Änderung mit einer sehr optimistischen Einstellung heran und rechnet mit einem Anstieg der Klickraten von bis zu 20 Prozent. Erste Ergebnisse bei Tests zeigen ähnliche Erfolge und wirken auf den ersten Blick daher sehr positiv. Dabei muss man allerdings bedenken, dass eine höhere Klickrate nicht auch automatisch zu einer Steigerung der Conversions führt. Das bedeutet, dass sich für Marketer die Anzahl irrelevanter Klicks erhöht, ergo die Kosten steigen, aber die Conversions nicht nachziehen und somit die Conversion Rate sinkt. Mit der neuen Zeichenbegrenzung und dem Wegfall der Anzeigen auf der rechten Seite lässt sich auch immer mehr eine optische Angleichung der SEA-Anzeigen mit den organischen Ergebnissen auf der SERP erkennen.

Diese birgt auch einige Gefahren für den SEO-Bereich. Durch das Umleiten der Klicks auf bezahlte Anzeigen kann es passieren, dass in Zukunft der Traffic-Anteil des SEO-Bereichs abnehmen wird. Man wird sich hier also vor allem in Zukunft noch stärker darauf konzentrieren müssen, innerhalb der ersten Suchergebnisseiten angezeigt zu werden.

Aber warum das Ganze?

Mobile ist die Zukunft. Das hat mittlerweile jedes Unternehmen und jede Plattform erkannt. Und auf diesen Trend springt nun auch der Riesenkonzern Google (Alphabet) hundertprozentig auf. Mittlerweile erfolgt die Hälfte aller Suchanfragen über mobile Endgeräte. Grund genug, die Anzeigenauslieferungen über alle Devices für ein besseres User-Erlebnis einheitlich zu gestalten. Und auch der langersehnte Wunsch von Marketern, Gebote einzeln für alle Devices verteilen zu können, wurde erfüllt. In Zukunft kann man manuelle CPCs je für Tablets, Desktops oder mobile Endgeräte verteilen. Dazu kommt ein komplettes Redesign von Google AdWords und Analytics: Zukünftig sollen die beiden Tools übersichtlicher und effizienter gestaltet werden.

Dazu kommen Anzeigen-Erneuerungen bei den Google Local Search Ads. Die interessanteste Neuerung stellen die Promoted Pins dar, hierüber soll es möglich sein innerhalb von Google Maps die Geschäfte hervorzuheben und auch gleich besondere Angebote und Verfügbarkeiten anzugeben. Doch auch im GDN und Shopping Bereich tut sich etwas bei dem Riesenkonzern aus dem Mountain View. Im Laufe des Jahres soll über das Native Advertising Inventar nur noch Bilder, Text und URL hochgeladen werden und die entsprechende Bildanzeige wird dann von Google automatisiert angelegt. Das alles natürlich auch im Responsive Design, damit die Images auf allen Geräten in der gleichen Qualität ausgeliefert werden können.

Im Shopping Bereich handelt es sich um eine kleine, aber dennoch sehr nützliche Veränderung. So soll in Zukunft bei den Ergebnisseiten von Shopping bereits in der SERP eine erste Filterung vom User vorgenommen werden können. Dazu gibt es drei Varianten, die einem zur Verfügung stehen: „nach Preis sortieren“, „nach den besten Ergebnissen“ und „nach Verfügbarkeit“.

Als ob das alles noch nicht genug wäre, überlegt sich Google zudem noch, sich im Smartphone Bereich mit dem nächsten Nexus Modell nicht einfach gleich selbstständig zu machen und darauf zu verzichten, wie bisher mit großen Tech-Konzernen wie HTC zu kooperieren. Es bleibt also spannend, was Google angeht.